Im Rahmen des Erdkundeunterrichts unternahm ein Kurs der Jahrgangsstufe 9 des Anne-Frank-Gymnasiums am 01. Juli gemeinsam mit den Lehrkräften Marius Gregg und Laura Nowak eine Exkursion nach Münster. Im Mittelpunkt der Exkursion stand das Unterrichtsthema „Stadtentwicklung in Europa am Beispiel Münster“.
Begleitet wurde die Gruppe von Prof. Dr. Michael Hemmer, Geografiedidaktiker an der Universität Münster. Hemmer lehrt und forscht seit vielen Jahren zu geographischer Bildung, Exkursionsdidaktik sowie innovativen Konzepten des Geographieunterrichts. Durch seine langjährige Erfahrung gelang es ihm, wissenschaftliche Inhalte anschaulich und praxisnah zu vermitteln.
Während des Rundgangs durch die Münsteraner Innenstadt erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die historische und moderne Stadtentwicklung. Dabei wurde deutlich, wie sich Münster von einer mittelalterlichen Bischofs- und Hansestadt zu einer modernen Großstadt entwickelt hat. Thematisiert wurden unter anderem die Bedeutung der mittelalterlichen Keimzelle, der ehemaligen Verteidungsanlage, die heute als Promenade genutzt wird, des Prinzipalmarktes als historisches Zentrum und der Verbindung von Denkmalschutz und zeitgemäßer Stadtplanung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen Herausforderungen der europäischen Stadtentwicklung. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Fragen der nachhaltigen Mobilität, der Förderung des Radverkehrs, der Schaffung attraktiver öffentlicher Räume sowie der Anpassung an den Klimawandel. Münster gilt europaweit als Vorreiter einer fahrradfreundlichen Stadtentwicklung und setzt seit Jahren auf eine nachhaltige Verkehrsplanung, die den Umweltverbund aus Rad-, Fuß- und öffentlichem Nahverkehr stärkt.
An zahlreichen Stationen erläuterte Prof. Dr. Hemmer die unterschiedlichen Funktionen urbaner Räume sowie die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten der Stadtentwicklung. Die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht konnten so unmittelbar mit realen Beispielen verknüpft werden.
Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern eine wertvolle Gelegenheit, geographische Fragestellungen außerhalb des Klassenzimmers zu erleben und das komplexe Zusammenspiel historischer Entwicklungen, moderner Stadtplanung und nachhaltiger Zukunftskonzepte anschaulich nachzuvollziehen. Mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen kehrte der Kurs nach Werne zurück.




von Marius Gregg