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Anne-Frank-Gymnasium Werne

Pädagogisches Leitbild des Anne-Frank-Gymnasiums

Fotomosaik im Eingangsbereich unserer Schule

 

Präambel

Die pädagogische Arbeit am Anne-Frank-Gymnasium Werne ist durch Kontinuität und Wandel gekennzeichnet. Eine Kontinuität besteht bezüglich der Werte, die eng mit unserer Namensgeberin Anne Frank verknüpft sind. Wandel hat sich in den Jahrzehnten seit Gründung der Schule im Bereich der Inhalte, Methoden und Kompetenzen und des gesamten Schullebens vollzogen.

Das Leben des jüdischen Mädchens Anne Frank, dessen Namen unsere Schule trägt, wurde durch den Hass und die Intoleranz der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zerstört. Ein solches Verbrechen gegen die Menschlichkeit darf sich in unserem Land nicht wiederholen. Das Schicksal von Anne Frank mahnt uns, unsere privaten und öffentlichen Verhältnisse so zu gestalten, dass die Unterdrückung von Menschen nicht mehr möglich ist. Wir sind aufgerufen, jeder Form von Diskriminierung entgegenzutreten.

Die pädagogische Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer des Anne-Frank-Gymnasiums muss einen Beitrag dazu leisten, junge Menschen aufzuklären, zu sensibilisieren und bei ihnen eine T oleranzbereitschaft zu entwickeln, die es gestattet, in einer pluralistischen Gesellschaft einvernehmlich miteinander zu leben.

Das Anne-Frank-Gymnasium ist als öffentliche Schule keiner Konfession oder einer politischen Richtung verpflichtet. Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft müssen sich täglich im Unterricht und auch außerhalb der Schule mit unterschiedlichen Ansichten und Meinungen kritisch und konstruktiv auseinandersetzen. In der Pluralität sehen die Kolleginnen und Kollegen des Anne- Frank- Gymnasiums eine Chance für das Erreichen übergeordneter Leitziele: Vielfalt reizt zu kommunikativer Auseinandersetzung. Unterschiedliche Persönlichkeiten und Denkansätze helfen den Schülerinnen und Schülern bei der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit. Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, sich an Vorbildern und demokratischen Grundsätzen zu orientieren.

„Wir sind das Anne-Frank-Gymnasium. Wir verbinden Welten.“

 

Das Pädagogische Leitbild im Spiegel von Schulgemeinschaft und Schulalltag

Demokratieerziehung und Förderung der Toleranz spielen eine wichtige Rolle in allen Fachbereichen. Die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ ist daher für uns bleibende Verpflichtung, jeder Form von Rassismus, Antisemitismus oder anderer Diskriminierung entgegenzutreten.

Doch über diese gegenwärtigen Verpflichtungen hinaus, ist es uns ein Anliegen, aktive Aneignungsprozesse und die Entwicklung eigenständiger Deutungen über schulische Curricula hinweg im Zuge der Gedenk- und Erinnerungskultur zu begünstigen. In Kooperation mit dem Stadtmuseum Werne und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern außerschulische Lernorte gestaltet. Die Pflege des Erinnerungsortes „Gedenkstätte Zwangsarbeit Werne“ und die damit einhergehende biografische Archivierungsarbeit der dort bestatteten Zwangsarbeiterinnen und Arbeitern sowie deren Familien bieten einen Erfahrungsraum, der zu einer partizipativen demokratieorientierten Persönlichkeitsbildung beiträgt. Dieser Ort der Begegnung fungiert gleichzeitig auch als Bindeglied zwischen der Schule in städtischer Trägerschaft und der Stadtgemeinde Werne. 
Das aktive Gedenken und Begehen historischer europäischer Jahrestage mit besonderem Fokus auf das Leben und das Schicksal Anne Franks nehmen dabei ein nachhaltiges Entwicklungspotential für das Geschichtsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler ein. Dies erfolgt in immanenter Vernetzung mit anderen Arbeitsgemeinschaften unserer Schule, um so einen dauerhaften Dialog zwischen Schule und Werner Bürgerschaft zu implementieren. 

Angesichts der globalen Herausforderungen durch den Klimawandel ist auch eine Bildung zu nachhaltiger Entwicklung (BNE) ein genuiner Bestandteil der individuellen Entwicklung in sozialer Verantwortung. Als „Schule der Zukunft NRW“ mit vielen Umweltprojekten zeigt sich das Engagement der Schulgemeinschaft in diesem Bereich.

Die Auszeichnung des Anne-Frank-Gymnasiums als Europaschule im Jahr 2015 und die Rezertifizierung im Jahr 2021 zeigen den Anspruch, über nationale Grenzen hinausgehend zu agieren. „Schulen mit europaorientiertem Profil wollen auf die Anforderungen einer zukünftigen Wissensgesellschaft in einem zusammenwachsenden Europa vorbereiten.“ (Leitbild der Kölner Erklärung für Europaschule). Das Anne-Frank-Gymnasium entspricht diesem Leitbild insbesondere durch das Angebot verschiedener Profile (Sprachenprofil durch den bilingualen Zweig mit der Fremdsprache Englisch, MINT-Profil und Sport Profil), die gleichzeitig in besonderer Weise der individuellen Förderung der verschiedenen Talente der Schüler und Schülerinnen Rechnung tragen. Im bilingualen Bildungsgang (Englisch) werden insbesondere sprachliche, methodische und interkulturelle Kompetenzen gefördert. Im Rahmen des Sprachenprofils kann ein bilinguales Abitur abgelegt sowie das Zertifikat Certi Lingua erworben werden, wodurch entscheidende Studienqualifikationen angeboten werden. Zum Ziel der sprachlichen Bildung tragen auch verschiedene Schüleraustauschprogramme, internationale Patenschaften und Projekte bei. Interkulturelle Kompetenz wird durch die Teilnahme an den Austauschen, die wir nach Frankreich, Italien, Polen und Amerika unterhalten, in besonderer Weise gefördert. Neu im Austauschportfolio ist seit 2018 Finnland. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie wurde auf diesen interkulturellen Austausch besonderen Wert gelegt, indem der Kontakt zu unserem Partnerschulen durch virtuelle Treffen aufrechterhalten wurde. Insbesondere sind hier die Angebote des GAPP-Programms (German American Partnership Program) zu nennen, welches den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten bietet, mit unseren amerikanischen Partnerschulen in Kontakt zu treten und gemeinsam Projekte durchzuführen. Wir haben eine Partnerschule im Senegal (Baback), die materiell vielfältig unterstützt wird. Der regelmäßige Kontakt wird durch ehemalige Kolleginnen sichergestellt. Die Mittel zur Unterstützung der Schule in Baback werden durch einen regelmäßig stattfindenden Sponsorenlauf der gesamten Schulgemeinschaft eingeholt.

Auch Praktika können bei uns in der Oberstufe im Ausland absolviert werden. Zur Förderung des europäischen Gedankens, der internationalen Begegnungen und Vermittlung von fremdsprachlichen Kompetenzen wurde seit 2019 mit der Mitgliedschaft im neu gegründeten Netzwerk Europa-Schulen in Hamm und dem Kreis Unna unsere Aktivitäten ausgeweitet. Dazu gehören zum Beispiel zusätzliche Fahrten nach Aachen und Brüssel und gemeinsame Projekte. Neu im Austauschportfolio ist Finnland.

Durch das MINT-Profil werden naturwissenschaftlich interessierte Schüler und Schülerinnen besonders gefördert. Als MINT-freundliche Schule liegt uns die Breitenförderung aller Schüler im Bereich der Naturwissenschaften am Herzen. So wird schon bei den Fünftklässlern durch die kostenfreie Vergabe unserer „MINT-Boxen“ Neugier und Experimentierfreude im Bereich der Naturwissenschaften geweckt.

Als zertifizierte MINT-EC Schule (Oktober 2021) sind wir Teil eines nationalen Exzellenz-Netzwerkes der besten und innovativsten 300 weiterführenden Schulen mit MINT-Profil in Deutschland. Deshalb fühlen wir uns der Förderung naturwissenschaftlicher T alente besonders verpflichtet. Das Engagement der Lehrkräfte in diesem Bereich spiegelt sich in der in den letzten Jahren ständig steigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern wider, die erfolgreich an naturwissenschaftlichen Wettbewerben bis hin zu „Jugend forscht“ teilnehmen. Wichtiger Baustein im MINT-Konzept ist die MINT-Mädchenförderung mit zahlreichen Veranstaltungen, die durch Kooperationspartner begleitet werden. Das AFG besitzt eine hervorragende naturwissenschaftliche Ausstattung, die mit zwei Robotik-Fachräumen ergänzt worden ist. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Werne konnten 2022 mehrere MINT-EC-Zertifikate zum Abiturzeugnis vergeben werden. In Vier-Säulen wird das gesamte MINT-Konzept anschaulich dargestellt.

Im Profil Sport werden nicht nur sportliche Talente gefördert, sondern auch Aspekte wie Wahrnehmungsfähigkeit, Verantwortung und Förderung der Gesundheit besonders behandelt. Darüber hinaus werden Verständigung und Respekt als übergeordnete Leitlinien im Sport-Profil sowie im Leistungskurs Sport ausgebildet und sind Teil des Sport-Konzeptes.

Neben den klassischen Schulfächern und den Kompetenzen, dass in diesen den Schülerinnen und Schülern vermittelt wird, liegt uns auch die Ausbildung in den Bereichen am Herzen, die über die klassischen Schulfächer hinausgehen, in welchen auch vielfach das fächerübergreifende Denken gefördert wird sowie Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstorganisation und Kommunikation in besonderer Weise unterstützt werden. Dazu steht ein breit gefächertes Angebot von Arbeitsgemeinschaften allen Schülerinnen und Schülern offen (AFG+). Diese erstrecken sich von sportlichen Angeboten (Kanu, Ski, Volleyball, Fußball, Tischtennis, Taekwondo, Line Dance) über musikalische und darstellende Künste (Chor, Band, Theater, lateinische Theater) und sprachlichen Angeboten (DELF, Cambridge) sowie allgemeinbildenden Angeboten (Rechtskunde, Erste Hilfe, Philosophie) bis hin zu vielfältigen naturwissenschaftlich-technisch orientierten Arbeitsgemeinschaften (Roboter, 3-D-Druck, Chemie, Umwelt). Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler dazu ermuntert, an zahlreichen Wettbewerben in allen Bereichen teilzunehmen. Dazu werden sie von ihren Lehrkräften bei diesen Wettbewerben begleitet und unterstützt. Kulturelle Bildung und Kompetenzerwerb wird durch verschiedene Kunst-, Musik- und Theater-Projekte vermittelt. Allein die alle zwei Jahre stattfindende Revue mit Akteuren der gesamten Schulgemeinschaft ist ein Aushängeschild der Schule nach innen und außen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Studien- und Berufswahlorientierung, die den Schülerinnen und Schülern bereits in ihrer Schulzeit Orientierung für ihren späteren Werdegang und ihr Berufsleben bietet. Neben zahlreichen Informationsveranstaltungen und dem Besuch von Universitäten werden deshalb einzelne Projekttage, diverse Praktika in verschiedenen Jahrgangsstufen aber auch schon frühzeitige Potentialanalysen im Rahmen von „KAoA – kein Abschluss ohne Anschluss“ durchgeführt. Das erfolgreiche Engagement des Teams der Studien und Berufswahlorientierung hat im Jahr 2019 dazu beigetragen, dass das AFG mit dem Berufswahlsiegel des Landes NRW ausgezeichnet worden ist. Der neu gegründete Alumni-Verein des AFG fungiert als Brücke zwischen Schule und Ehemaligen, die an ihre alte Wirkungsstätte aktiv angebunden werden sollen. Vorrangiges Ziel des Vereins ist die Unterstützung der Studien- und Berufswahlorientierung.

Gemäß unserem Motto „Wir verbinden Welten“ zur Stärkung unserer Profile sowie als Basis für die Berufsvorbereitung sind in den letzten Jahren Kooperationsverträge mit allen größeren mittelständischen Unternehmen in Werne und regionalen Hochschulen (HSHL, Hochschule Hamm- Lippstadt) abgeschlossen worden, von denen unsere Schülerinnen und Schüler in vielfältiger Weise profitieren, indem sie z.B. dort leichter Praktika absolvieren können oder in der Oberstufe ihre Facharbeiten mit Unterstützung durch diese Firmen schreiben können. Zudem werden vielfach Exkursionen in diese Betriebe unternommen. Als einzige Schule in Deutschland unterhält das AFG eine schriftlich fixierte Kooperation mit den Fraunhofer-Instituten.

Als Bindeglied zwischen dem MINT-Angebot als MINT-EC-Schule, der Studien- und Berufswahlorientierung und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestelllungen fungiert der Maker Space im Herzen des Schulgebäudes. Die Mischung aus moderner und klassischer Fertigungstechnik wird in diesem neuen Raum mit zwölf 3D-Druckern, Werkstationen, einer Lötstation und dem PC-Terminal durch die Schülerfirma AuFGeht’s nach betriebswirtschaftlichen und technischen Problemstellungen durchgeführt. Der Maker Space ist ein Leuchtturmprojekt des AFG.

Da sich Lernen nicht nur theoretisch im Klassenzimmer vollzieht, sondern oft auch besser vor Ort geschieht, unternehmen wir im Rahmen des „Prinzips Lernen vor Ort“ viele Exkursionen mit den Schülerinnen und Schülern. Diese thematisieren Besuche von Museen (z.B. für alle Lateiner Besuche der Römermuseen in Haltern und Xanten), Ausstellungen, Theateraufführungen etc., aber auch die Besichtigungen von Bauernhöfen mit Biogasanlagen, sakralen Bauten aller Konfessionen (Moscheen, Synagogen und Kirchen in und um Werne), die Möglichkeit, ein Wochenende im Kloster zu verbringen, oder an Workshops teilzunehmen, die von verschiedenen Trägern angeboten werden. Aber auch mehrtägige Exkursionen, wie zum Beispiel eine dreitägige Fahrt nach Trier zum Abschluss des Latinums, vermitteln den Schülerinnen und Schülern auf diese Weise anschaulich viele Kenntnisse und vertiefen ihr Wissen über Zusammenhänge. Diese Exkursionen entsprechen dem „Lernen an außerschulischen Lernorten“ und finden zusätzlich zu den üblichen Wandertagen und Klassenfahrten statt.

Projekte und Exkursionen im Bereich der BNE haben in den letzten Jahren verstärkt an Bedeutung gewonnen (Aufbau des Grünen Klassenzimmers, Projekt Plastikpiraten an der Lippe, Besichtigung der Ökostation in Heil u.v.m.), um ein besseres ökologisches Bewusstsein zu erreichen.

Zunehmend wichtiger ist in den vergangenen Jahren auch die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schülern geworden, was bei uns in einem einheitlichen Konzept zusammengeführt worden ist („10-Säulen der individuellen Förderung“). Das Kollegium des Anne- Frank-Gymnasiums versucht, allen unterschiedlichen Begabungen gerecht zu werden. Besonders begabte Schülerinnen und Schülern werden individuell gefördert, indem sie zur Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerben ermuntert werden, bei denen sie durch ihre Lehrkräfte begleitet werden. Außerdem fungieren sie als Nachhilfelehrer für jüngere Schülerinnen und Schüler, wodurch sie ihre eigenen didaktischen Fähigkeiten trainieren. Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler werden in ihren individuellen Lernprozessen in vielfältiger Weise unterstützt, z.B. indem ihnen in Kleingruppen Nachhilfe durch Oberstufenschüler erteilt wird (ZiF = Zentrale individuelle Förderung), oder indem ihnen Lerncoaches an die Seite gestellt werden, die sie bei ihren Lernprozessen individuell unterstützen. Des Weiteren stellt die Schule zahlreiches zusätzliches Übungsmaterial z.B. in der Schülerbibliothek oder auch digital zur Verfügung. Eine intensive Beratung der Schüler und Eltern ist Teil des gesamten Lernprozesses aller Schülerinnen und Schüler. Auch im Bereich der individuellen Förderung arbeiten wir mit außerschulischen Partnern zusammen, so zum Beispiel mit der Oberstufenakademie der Abtei Königsmünster in Meschede, die an Wochenenden spezielle Kurse für Oberstufenschüler anbietet (wie z. B. Rhetorik-Kurse) und wo unsere Schülerinnen und Schüler nach erfolgreicher Absolvierung einiger Seminare ein Zertifikat erwerben können.

 

Diese allgemeinen Zielsetzungen sollen im Schulalltag folgende Konkretisierungen erfahren:

  • Vermittlung eines gesicherten Fachwissens (Sachkompetenz)

    Nur gute, gesicherte Kenntnisse über die vielfältigen und komplexen Fakten und Vorgänge in Wissenschaft und Gesellschaft versetzen junge Menschen in die Lage, sich ein fundiertes Urteil zu bilden, auf dessen Basis sie Bewertungen vornehmen können.

  • Methodische Arbeit, die die Fähigkeit zur Kommunikation, zu Offenheit und Transparenz sowie zu verantwortungsvollem sozialen Handeln fördert (Methodenkompetenz). Dazu gehören die Kommunikationskompetenz, die Handlungskompetenz und die Bewertungskompetenz. Durch die regelmäßige Teilnahme aller Schüler und Schülerinnen in der Jahrgangsstufe 9 am Wettbewerb „Jugend debattiert“ wird die Kommunikationsfähigkeit besonders eingeübt.

  • Darüber hinaus wird am Anne-Frank-Gymnasium, das als Digitale Modellschule des Regierungsbezirks Arnsberg fungiert, in besonderer Weise auf die Digitalkompetenz Wert gelegt. Als digitale Referenzschule im Landesprogramm „Zukunftsschulen NRW. Netzwerk Lernkultur. Individuelle Förderung“ ist das AFG seit mehreren Jahren Vorreiter in der äußerst zukunftsorientierten digitalen Ausbildung junger Menschen.

    Durch die Digitalisierung werden gesellschaftliche Handlungsabläufe in Zukunft noch stärker durch komplexe Interaktionen von „Mensch und Maschine“ geprägt sein. Im 21. Jahrhundert müssen Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, digitale Instrumente kompetent, souverän und verantwortungsvoll zu nutzen. Als ausgezeichnete „Digitale Schule 2020“ und Referenzschule bei „Zukunftsschule NRW“ mit vollumfänglicher digitaler Ausstattung im Schulgebäude und mit iPads ab Klasse 5 vermittelt das Anne-Frank-Gymnasium sukzessive zentrale Kompetenzen im Umgang mit den so genannten „Neuen Medien“. Durch entsprechende Inhalte, Lernformate und Lernmethoden im Rahmen eines Methodenkonzeptes erwerben die Schülerinnen und Schüler die methodischen, fachlichen und überfachlichen Kompetenzen, die sie zur aktiven Teilhabe in einer digitalen Lebens- und Arbeitswelt befähigen. Ein eigenes LMS (Lernmanagementsystem), das in Zukunft KI- Komponenten enthalten soll, stellt technisch und methodisch den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler sicher.

  • Gestaltung des Schullebens und des Schulgeländes

    Sowohl im Schulgebäude als auch auf dem Schulgelände soll es Räume geben, in denen sich Schülerinnen und Schüler sowie auch die Lehrkräfte und das sonstige an der Schule tätige Personal in Ruhe arbeiten und sich wohlfühlen können. Dies impliziert Sauberkeit und Ordnung im Gebäude und auf dem Gelände ebenso wie eine ansprechende Klassen- und Pausenraumgestaltung. Die Gestaltung des Schulhofs wird dabei ständig neu überdacht und auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Auf dem im Jahr 2020 neu gestalteten Schulgelände existieren neben Angeboten zur Bewegung (z.B. durch die Boulderwand, die Tischtennisplatten, das neue Basketballfeld sowie den Kunstrasenplatz) auch Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung durch Sitzgelegenheiten.

Auch eine klare zeitliche Strukturierung des Unterrichtstages mit einer ausreichend langen Mittagspause, um in Ruhe in der Mensa essen zu können, ist für den gesamten Erziehungsprozess junger Menschen im Sinne der Leitziele von Bedeutung ebenso wie die Festlegung von Regeln in einer Schulordnung. Indem die Schülerinnen und Schüler in diesen Bereichen selbst Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel durch den Hof- und Mensadienst, erlernen sie wichtige Kompetenzen im Bereich der Sozialkompetenz und schärfen ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Des Weiteren soll das Schulgebäude auch ein Ort sein, an dem Erfolge einzelner Schüler oder Schülergruppen für alle sichtbar gemacht werden, wodurch einerseits die Leistungsbereitschaft Aller angespornt werden soll, andererseits aber auch den erfolgreichen Schülern und Schülerinnen eine entsprechende Anerkennung zuteilwerden soll. Zu diesem Zweck werden Urkunden und Pokale, die bei Wettbewerben oder Sportereignissen errungen wurden, im Entrée-Bereich der Schule im Show-case den für alle sichtbar ausgestellt. Darüber hinaus werden die Flure und Treppenhäuser unserer Schule mit Arbeiten aus dem Kunstunterricht dekoriert, wodurch auch hier besonders herausragende Leistungen honoriert werden. Zum pädagogischen Leitbild aller Lehrerinnen und Lehrer gehört nämlich ebenso die positive Wahrnehmung und Ermunterung aller Lernenden, die in sportlichen oder künstlerischen Bereichen besondere Leistungen erbringen, was auch zum Konzept der individuellen Förderung gehört. Die Schülerinnen und Schüler gestalten die Wände unserer Schule zum Teil selbst und haben dabei in den vergangenen Jahren Motive ausgewählt, die unserem Motto „Wir verbinden Welten“ entsprechen. So wurde im Altbau eine Wand gestaltet, die den Europa-Gedanken in den Mittelpunkt stellt, auf dem Schulhof befinden sich künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Gedanken der Toleranz („Vielfalt verbindet“), und als ein besonders gelungenes Beispiel für die Gestaltung des Schulgeländes durch die Schülerinnen und Schüler selbst ist hier die künstlerische Gestaltung der Außenfassade der Turnhalle zu nennen. Da bei solchen Projekten Lernende und Lehrende intensiv zusammenarbeiten, wird insbesondere der Zusammenhalt der Schulgemeinschaft gestärkt.

Neu im Rahmen der individuellen Förderung von „Ankommen nach Corona“ sind räumliche Gestaltungselemente, die ein zukunftsweisenden, individuelles Lernen in einem modernen Lernarrangement ermöglichen sollen. Ein iCS (i-Creative Space) im PZ, ein Thinking Space neben dem Maker Space über dem PZ, ein MediaLab, Projektlabore sowie der neu gestaltete Raum der Hausaufgabenbetreuung sind Teil einer „Space- Lernlandschaft“ als Ergebnis der Fraunhofer-Studie „Lernen im Jahr 2040“ (Fraunhofer FKIE) und runden das Konzept der individuellen Förderung räumlich ab. Die zentralen Spaces liegen in der Tat im Zentrum der Schule und werden ab Februar 2023 wissenschaftlich durch Fraunhofer begleitet.

So spiegeln das Innere des Schulgebäudes und das gesamte Schulgelände die vielfältigen Aktivitäten unserer Schüler und Schülerinnen wertschätzend wider.

 

Darüber hinaus ist allen Lehrkräften des AFG die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wichtig. Eltern bringen sich in unserer Schule auf vielfältige Weise ein. Zum einen sind die verschiedenen Gremien wie die Klassenpflegschaften, die Fachschaften, die Schulpflegschaft sowie der Schulkonferenz zu nennen. Zum anderen sind Eltern Mitglieder des Fördervereins, wodurch sie schulische Projekte finanziell unterstützen, oder auch als ehrenamtliche Mitarbeiter, indem sie zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften leiten oder Aufsichten in der Schülerbibliothek übernehmen. Bildung und Erziehung kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten, nämlich Kinder, Eltern und Lehrkräfte, an einem Strang ziehen. Deswegen liegt uns eine fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Elternhaus dem Kollegium besonders am Herzen. In diesem Kontext werden im Rahmen der Steuergruppenarbeit Projekte zur Demokratieerziehung forciert.

 

Pädagogisches Leitbild in der Pandemie

Dank der hervorragenden digitalen Ausstattung konnten wir in der Corona-Krise gestützt auf ein Konzept "Lernen auf Distanz" den Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler sicherstellen.

Im Sinne des Leitbildes Anne Frank hat das Anne-Frank-Gymnasium drei Tage nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine die ersten ukrainischen Flüchtlingskinder aufgenommen. Derzeit sind 30 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine Teil der Schulgemeinschaft. Alle erhalten im Rahmen des GoIn-Konzeptes DaZ-Unterricht.

 

Die vielfältigen Aspekte unseres Schullebens sind im folgenden Haus des Lernens visualisiert dargestellt: 

 

 

Stand 12.09.2022, Dam

 

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