Projektfahrt Bailleul 2026

Vom 7. bis zum 10. Mai fand im Rahmen des Gedenkkulturprojekts ein Austausch nach Bailleul in Frankreich statt. Am 7. Mai, dem Tag unserer Ankunft, wurden wir von den Mitgliedern der „Passeurs de Mémoire“ sowie den Lehrkräften der Schule herzlich empfangen. Nach der Ankunft durften wir uns zunächst in der Mensa stärken. Dort wurde uns auch der Ablauf der kommenden Tage genauer vorgestellt und noch einmal die besondere Bedeutung unseres gemeinsamen Projekts erklärt.

Anschließend wurde uns das Schulmuseum gezeigt, und wir erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der „Passeurs de Mémoire“. Besonders beeindruckend war, dass die Gruppe jeweils zwei Jahre lang an einem Projekt arbeitet und dadurch über ein sehr umfangreiches Wissen verfügt. Außerdem lernten wir Anicet Salomé kennen – die Person, an die einer der drei Stolpersteine, die am folgenden Tag verlegt werden sollten, erinnern sollte. Nach diesem informationsreichen Nachmittag verbrachten wir den Abend in unseren Gastfamilien und konnten erste persönliche Eindrücke vom französischen Alltag sammeln.

Am nächsten Tag, dem 8. Mai, begann um 12 Uhr die Kranzniederlegung. Dabei kamen viele Menschen zu Wort, darunter französische Schülerinnen und Schüler, der Bürgermeister sowie Polina als Mitglied unseres Gedenkkulturprojekts. Nach dieser bewegenden Zeremonie hatten wir eine kurze Pause, bevor das wichtigste Ereignis der gesamten Fahrt begann: die Stolpersteinverlegung.

Die französischen Schülerinnen und Schüler stellten noch einmal das Leben von Anicet Salomé vor. Anschließend sprachen weitere Gäste, unter anderem auch unser Schulleiter Marcel Damberg. Zum Abschluss der Zeremonie legten wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern jeweils eine weiße Rose am Stolperstein nieder. Darüber hinaus begleiteten wir zwei weitere Stolpersteinverlegungen als Zuschauer.

Am Samstag, dem 9. Mai, ging es bereits früh morgens nach Saint-Omer. Dort besuchten wir zunächst das Museum La Coupole – einen von den Nationalsozialisten durch Zwangsarbeiter errichteten Bunker. Mithilfe von Tablets, Kopfhörern und interaktiven Stationen konnten wir auf moderne und eindrucksvolle Weise mehr über den Zweiten Weltkrieg erfahren.

Am Nachmittag erkundeten wir die Stadt bei einer deutsch-französischen Rallye. In gemischten Gruppen mussten wir verschiedene Orte finden, Aufgaben lösen und gemeinsame Fotos machen. Diese Aktivität hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch unseren Zusammenhalt gestärkt.

Am 10. Mai hieß es dann Abschied nehmen. Wir traten die Rückreise nach Werne mit vielen neuen Eindrücken, bewegenden Erinnerungen und wertvollen Erfahrungen an. Diese Fahrt hat uns nicht nur die Bedeutung von Erinnerungskultur noch nähergebracht, sondern auch gezeigt, wie wichtig internationale Begegnungen für junge Menschen sind. Sie hat uns verdeutlicht, dass die Verantwortung, Geschichte lebendig zu halten, heute in den Händen unserer Generation liegt – und dass gemeinsames Erinnern Menschen über Ländergrenzen hinweg verbinden kann.

von Sofja Reinhardt (9c)