Ein ganz besonderes Religionsprojekt

Manchmal schlägt Unterricht Brücken, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen. So geschah es auch in unserer 6. Klasse im vergangenen Winter: Im Religionsunterricht beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem bewegenden Buch „Gern wäre ich geflogen – wie ein Schmetterling“ von Hannah Gofrith, in dem sie ihre Kindheit während des Holocausts schildert. Die Eindrücke hielten die Kinder in persönlichen Lesetagebüchern fest – zwei davon machten sich schließlich auf eine besondere Reise nach Israel, begleitet von einem Brief an die heute 85-jährige Autorin. Dass diese Reise nicht unbeantwortet bleiben würde, ahnte damals noch niemand. Umso größer war die Freude, als nun tatsächlich eine Antwort eintraf – geschrieben auf Hebräisch und Englisch, direkt von Hannah Gofrith selbst.


Jule und Jonathan schildern dazu ihre Gedanken:

Im Religionsunterricht haben wir uns über mehrere Wochen hinweg intensiv mit dem Buch „Gerne wäre ich geflogen wie ein Schmetterling“ von Hannah Gofrith beschäftigt. Zu diesem Buch haben wir ein Lesetagebuch geführt, in dem wir unsere Gedanken, Gefühle und Eindrücke zu den einzelnen Kapiteln festhalten konnten. Dabei haben wir uns nicht nur mit der Geschichte selbst auseinandergesetzt, sondern auch viel über die Hintergründe und die Bedeutung der Erlebnisse gelernt. Viele von uns waren besonders berührt von den persönlichen Erfahrungen, die im Buch geschildert werden, und haben dadurch einen neuen Blick auf das Thema bekommen.

Die Arbeit am Lesetagebuch war sehr abwechslungsreich. Wir konnten kreativ werden, indem wir Texte geschrieben, Bilder gestaltet und unsere eigenen Gedanken reflektiert haben. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich jeder von uns das Buch wahrgenommen hat und welche Ideen dabei entstanden sind. Insgesamt hat uns das Projekt viel Spaß gemacht, weil wir selbstständig arbeiten konnten und gleichzeitig viel im Austausch miteinander standen.

Ein ganz besonderes Highlight unseres Projekts war, dass wir gemeinsam einen Brief an die Autorin geschrieben haben. Diesen Brief haben wir nach Israel geschickt. Darin haben wir von unserer Arbeit mit dem Buch erzählt, Fragen gestellt und unsere Eindrücke geschildert.

Umso größer war die Freude, als wir tatsächlich eine Antwort aus Israel erhalten haben. Hannah Gofrith hat uns zurückgeschrieben – ihr Brief war auf Hebräisch verfasst. Das war für uns etwas ganz Besonderes und auch sehr spannend.

Wir haben uns sehr über diese persönliche Rückmeldung gefreut. Es war ein tolles Gefühl zu wissen, dass unsere Nachricht angekommen ist und dass sich die Autorin Zeit genommen hat, uns zu antworten. Dieses Erlebnis hat unser Projekt noch einmal auf eine ganz besondere Weise bereichert und uns gezeigt, wie verbindend Literatur sein kann.

Rückblickend war das gesamte Projekt eine sehr schöne und lehrreiche Erfahrung im Religionsunterricht, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

von Jule Denninghaus und Jonathan Ringelkamp (6d)