AFG Logo

Anne-Frank-Gymnasium Werne

Anna Krotzek in Neapel, Teil 4: Weiteres aus der Schule, neapolitanisches Kino und vieles mehr

von Anna Krotzek 

Liebe Leser,

jetzt sind wir bei Woche 6 angekommen. Auch diese Woche habe ich wieder wunderschöne Dinge erlebt und freue mich, sie wieder mit euch teilen zu können. Am Samstag sind wir mit Mattia, Lauras Bruder, und seiner Freundin zu einer Arcade gegangen. Dort haben wir in einer Art Spielhalle gebowlt und danach habe ich das erste Mal „Graffe“probiert. Neben Sfolgiatelle sind Graffe jetzt auch meine Lieblingssüßigkeiten hier in Neapel. 

Am Sonntag Abend haben wir dann die Geburtstagsfeier einer Freundin besucht. Genauso wie in Deutschland wird auch hier der 18. Geburtstag sehr groß gefeiert. Wir sind zu einem Hotel in Pozzuoli gefahren, wo die Feier stattfand. Die Lobby und das Restaurant waren wunderschön festlich dekoriert und von der Terrasse aus konnte man den ganzen Golf Neapels überschauen. Enge Verwandte und Freunde haben Reden gehalten, die sehr emotional waren und dann haben wir Zucchini Pasta und Antipasti gegessen. Das Dessert haben wir leider nicht mehr mitbekommen, denn wir mussten früher gehen, da am nächsten Tag Schule war. Deswegen waren wir dann auch um 22:30 zu Hause. Auf solchen Feiern wird sehr oft Bachata getanzt. Es ist zwar eher spanisch, dennoch in Süditalien sehr populär. Spanische Musik wird hier generell sehr gerne gehört.

Unter der Woche sind wir nach der Schule zu Lauras Oma gegangen, um zu Mittag zu essen. Sie wohnt 5 Autominuten von Lauras Haus entfernt. Die Oma wohnt dort zusammen mit ihrer Tochter, also Lauras Tante, und mit Lauras Cousine zusammen. Dort hat Laura dann noch ein bisschen gelernt und ich habe eines meiner Bücher zu Ende gelesen, die ich mit nach Italien genommen habe.

 

In Woche 7 habe ich glaube ich bis jetzt am meisten erlebt und gesehen. Am Freitag Abend sind wir zu einer Mall gefahren, um für Giulia, dem anderen Mädchen aus diesem Austausch, ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Dort habe ich eine Bibliothek besucht, die leider nur eine geringe Auswahl an englischen Büchern hatte, was im Endeffekt aber eigentlich eher positiv war, denn so habe ich mir „Romeo und Juliette“ / „Romeo e Giulietta“, gekauft. Es war eine Doppelausgabe auf Englisch und Italienisch. Auf der linken Seite ist der gesamt Text auf Englisch und auf der rechten Seite ist die ganze Seite auf Italienisch übersetzt. So kann ich Italienisch gut lernen.

Da hier alles schon sehr weihnachtlich geschmückt ist, musste ich mir dann für Weihnachten erst einmal einen typischen Weihnachtspyjama kaufen. Danach bin ich noch mit einem Freund Pizza essen gegangen und wir haben einen Spaziergang durch Pianura gemacht. Pianura ist auch ein Stadtteil von Neapel, der ungefähr 1 1/2 mal so groß wie Werne ist. Dieser Stadtteil hat aber eher einen Ruf vergleichbar mit dem New Yorker Viertel „Bronx“. In diesem Viertel sollte man auf gar keinen Fall allein unterwegs sein! Aber die Pizza dort ist trotzdem sehr gut. 

Am Samstag Abend haben wir zusammen mit Freunden „Panini“ selber gemacht. Danach sind wir Cornettos holen gegangen und haben mit allen unseren Freunden „What do you meme“ gespielt. Der Sonntag ist immer unser „rimanere à casa“ Tag, deswegen haben wir da nicht wirklich etwas unternommen, dafür aber ein bisschen gelernt. Am Anfang der Woche hat mich eine Freundin gefragt, ob wir zum Basketballspiel der neapolitanischen Mannschaft gehen wollen, was wir dann am Montag auch in die Tat umsetzten. Neapel hat gewonnen, wir haben kostenlose Mannschaftstrikots bekommen und Fotos mit dem Maskottchen gemacht. Am Dienstag durften wir dann leider nicht in die Schule gehen, da es einen Tornado in Neapel gab, der sich aber die meiste Zeit an der Küste bewegt hat. Der Wind war aber trotzdem sehr stark und es hat viel gewittert. Als ich ein Foto des Tornados gesehen habe, habe ich aber trotzdem ein wenig Angst bekommen, da ich so etwas in dem Ausmaß noch nie mitbekommen habe. In der Nacht hat sich das Ganze aber wieder beruhigt und wir konnten am Mittwoch wieder ganz normal in die Schule gehen. Dort wartete dann eine Interrogation in Physik auf uns. Am Abend sind wir schließlich ins Kino gegangen, um den neuen Film „Wakanda Forever“ zu sehen. Natürlich auf Italienisch. Ich würde sagen, ich habe ungefähr 60% verstanden, ich merke aber sehr, dass sich mein Italienisch verbessert. Ich kann ganze Sätze sprechen und mich schon richtig unterhalten. Das Kino war riesig groß und nicht zu vergleichen mit unserem in Werne. Es gab in der Mitte des Filmes sogar eine fünfminütige Pause! Am Donnerstag habe ich einen „Deutschtest“ geschrieben. Besser: die Klasse hat einen deutschen Text mit deutschen Fragen bekommen, die sie beantworten sollten und danach sollte ein Kommentar dazu verfasst werden. Mir allerdings wurde gesagt, dass ich das Ganze auf Italienisch beantworten soll. Da ich darauf nicht gefasst war, habe ich tatsächlich viele Fehler gemacht, was aber okay ist, da ich die Sprache ja noch lerne. Am selben Abend sind wir nach Vomero zu einer Bar gefahren, in der zwei unserer Freunde ein Konzert gegeben haben. Es war wirklich wunderschön. Am schönsten fand ich es, als unser Freund eine Coverversion von „In the stars“ gesungen hat. Die andere Freundin hat eine Coverversion  von „Happier than ever“ gesungen. Sie waren beide sehr, sehr gut. Am Freitag Abend sind wir dann zu Giulias Geburtstagsfeier gegangen, sie hat bei sich zu Hause mit ca. 15 unserer Freunde gefeiert. Die Lieferpizza und der selbstgemachte Kuchen waren sehr gut und wir hatten viel Spaß.

Danke, dass ihr immer noch so fleißig meine Blogs lest. Ich hoffe, in Deutschland ist alles gut!!

🇩🇪 🇮🇹 🍕 🍝

Teil 3: Ausgehen, Unwetter und ein Schulausflug

Liebe Leser,

das ist jetzt schon meine 5. Woche hier. Ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit hier vergeht. Aber das ist nun einmal so, wenn man viel Spaß und immer etwas um die Ohren hat. Letztes Wochenende wollten mir Laura und ihre Freunde zeigen, wie man typisch an einem Samstag Abend ausgeht. Man geht in ein Ristorante. Wir mussten 25 Euro bezahlen, um so lange wie wir wollten unbegrenzt Antipasti, Pizza, Cola und Rotweine zu bekommen. Das war einer der schönsten Restaurantbesuche, die ich je erlebt habe. Während wir aßen, gab es Livemusik und einen Bildschirm mit dem Text, so dass man mitsingen konnte. Als dann eines der berühmtesten italienischen Lieder, „Annare" gespielt wurde, was hier zu meinem Spitznamen geworden ist, sind dann alle aufgesprungen und sind auf die Stühle und Tische gestiegen, um zu singen und zu tanzen. Es war sehr schön zu sehen, wie viel Spaß alle hatten. Aber am meisten haben sie getanzt, als ihre Hymne „Forza Napoli“ gespielt wurde. Die Neapolitaner sind sehr Fußball begeistert. Sie fragen mich auch sehr oft, ob ich Dortmund-Fan bin. Daher kann ich, wenn mich jemand fragt wo ich wohne, einfach sagen: ,,Vicino a Dortmund!" Um 23:30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht. Jedoch ist der nicht ganz nach unserer Vorstellung verlaufen. Wir sind von Pozzuoli, wo das Restaurant „Ue Ue“ ist, in Richtung Fuorigrotta gefahren. Wir hatten vor, auf der Mitte des Weges an einem Cornetto Café Halt zu machen und danach nach Hause zu fahren. Jedoch haben wir den Autoschlüssel im Auto liegen gelassen und dann eine halbe Stunde versucht ins Auto zu kommen, bevor einige unserer Freunde beschlossen,  nach Pianura zu fahren, um einen Ersatzschlüssel zu holen. Den haben wir dann auch um 1.00 Uhr bekommen. Dann ist der Motor nicht mehr angesprungen und Lauras Bruder hatte zum Glück Kabel dabei, um sein Auto mit dem unseres Freundes zu verbinden und Starthilfe zu geben, was sehr lange gedauert hat. Währenddessen habe ich leider Migräne bekommen und mir ging es dann sehr schlecht. Wir sind dann schließlich um 3:30 Uhr nach Hause gekommen, Laura hat sich gut um mich gekümmert, und ich konnte dann endlich schlafen.

Am nächsten Morgen haben wir es dann sehr langsam angehen lassen, denn wir hatten wieder ein Familienessen, was hier ja sonntags sehr typisch ist und ich habe alle Tanten und Onkel kennengelernt. Ich habe eine wirklich gute Gastfamilie bekommen.

Am Anfang der Woche gab es dann noch eine negative Überraschung, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte. Es hat so stark geregnet, dass fast alle Straßen überflutet waren und wir kaum rausgehen konnten. Es hat stark gewittert und ich habe selten so viel Regen auf einmal gesehen. Das hat mich sehr an unsere Überflutungen von 2020 in Deutschland erinnert. Im Auto hat es sich angefühlt, als ob man durch einen Fluss fährt. Als ich dann meine Winterjacke und Stiefel angezogen habe, haben mich hier alle angesehen als ob ich verrückt wäre. Egal wie nass es im Herbst hier wird, es wird eigentlich nie richtig kalt. So langsam wird es hier aber auch etwas kühler. Im Moment sind es so ungefähr 20 Grad und meistens scheint die Sonne. Es regnet sehr selten, aber wenn es regnet, dann meistens sehr heftig.

Am Donnerstag haben wir dann die „Città della Scienze“ besucht. Das ist ein Ort, den Jugendliche mit ihren Lehrern und ihren Klassen besuchen, um sich über Universitäten und Arbeitsmöglichkeiten zu informieren. Wir haben uns zwei Vorträge zu diesen Themen angehört und im zweiten Vortrag, der ca. 2 1/2 Stunden dauerte, ging es um die Verleihung von Certilingua - Zertifikaten, die französichen und Italienischen Schülern überreicht wurden. Ich würde dieses Zertifikat selbst sehr gerne nächstes Jahr für Italienisch oder Französisch erwerben.

Ich bin sehr froh, dass ich auch meine ukrainische Freundin Anna bei mir habe, denn wir helfen uns hier gegenseitig bei allem. Da sie schon seit März hier ist, spricht sie schon sehr gut Italienisch. Wenn ich etwas auf Italienisch nicht verstehe, erklärt sie es mir auf Englisch und wenn sie Deutsch lernt, dann helfe ich ihr immer. Ich bin wirklich sehr dankbar für diese Möglichkeit, die sich mir hier geboten hat. Ich habe hier schon so viele tolle Menschen kennengelernt und fühle mich hier einfach sehr wohl.

So das war Woche Nr. 5. Es ist wieder sehr viel passiert und ich bin gespannt, was ich euch nächste Woche erzählen kann. Viele liebe Grüße auch von allen meinen Klassenkameraden aus Neapel 🇮🇹. 

 

Teil 2: Schulalltag

Liebe Leser,
Ich freue mich sehr, dass der letzte Blog so gut bei euch angekommen ist, denn diese Woche würde ich euch gerne ein bisschen mehr über die Schule hier in Neapel erzählen. Letztes Wochenende haben wir den „Reggia (Palast) di Caserta“ besucht. Der Palast wurde als Residenz der Bourbonen für deren Herrschaft über die Königreiche Neapel und Sizilien errichtet. Das ist einer der größten Paläste Europas, ebenso wie der Garten des Schlosses, der um die 110 Hektar beträgt. Dieser Garten ist wunderschön und es gibt sehr viele kleine Wege, mit denen man nochmal zu anderen kleinen Bauten kommt. Da dieser Garten so groß ist, fährt dort sogar ein Bus, der die Besucher einmal ganz nach oben zu einem Berg fährt und wieder zurück zu dem 1752 erbauten Schloss führt. Leider war es an diesem Tag sehr heiß, sonst wären wir bestimmt selbst auf diesen Berg gegangen. Des Weiteren findet man dort auch an jeder Ecke eine andere Fontana (Brunnen), mit einem anderen historischen Hintergrund. Dieses Schloss befindet sich in Caserta, was ungefähr 40 Kilometer nördlich in einer landschaftlich schönen Region steht.
Danach hat meine Woche leider nicht allzu gut begonnen, da ich mich erkältet habe und dann etwas Schwierigkeiten beim Lernen für eine Englischarbeit hatte. Zum Glück ging es mir aber dann schnell besser, sodass ich weiter über James I, Charles I, Gunpowder Plot und Civil War lernen konnte. Am Donnerstag haben wir dann den 70-minütigen Test geschrieben. Am Anfang hatten wir Hörverstehen und danach Leseverstehen und Lückentexte zu bewältigen, zum Schluss mussten wir dann eine kleine Zusammenfassung zum Thema „Civil War“ und von „The Commonwealth“ schreiben. Der „Deutsch - madrelingua“ Unterricht macht mir hier am meisten Spaß. Die Lehrerin ist gebürtige Österreicherin und spricht somit perfektes Deutsch. Sie bereiten hier häufig Präsentationen vor und versuchen frei zu sprechen, was ja sehr wichtig ist, wenn man eine neue Sprache lernt, denn so lernt man am besten.
Ich finde auch den Sportunterricht hier sehr interessant, denn sie haben kein bestimmtes Programm, sondern machen in den Stunden den Sport, den sie machen möchten und werden dann am Ende des Jahres, je nachdem wie gut se eine Sportart ausüben, benotet.
Ich finde es auch sehr gut, dass man während des Unterrichts essen darf, denn dann kann man sich auf längere Sicht den ganzen Tag konzentrieren. Auf die Toilette darf auch nur während des Unterrichts gegangen werden, genauso wie zu den Snack- und Kaffeeautomaten. Die Schüler arbeiten hier im Unterricht nicht mit iPads und nur selten mit Smartboards. Wenn sie ein digitales Medium brauchen, benutzen sie ihre Handys. Manchmal sind wir auch in Naturwissenschaftsräumen oder Computerräumen, da es mehr Schüler als Klassenräume in der Schule gibt und deswegen wird fast jeden Tag der Raum gewechselt.
Am Freitag musste ich einen kurzen Vortag improvisieren, in dem ich das System unseres Gymnasiums erklärt habe und wie sich unser Weg zum Abitur gestaltet. Die Schüler benutzen hier viele Arbeitshefte, die wir zum Beispiel aus dem Englischunterricht (Workbooks) oder dem Französischunterricht (CdA), kennen. Natürlich benutzen sie wie wir auch gewöhnliche Lehrbücher, mit denen sie lernen. 

Ein typischer meiner Schultage startet damit, dass ich um 6:40 aufstehe und dann ungefähr um 7:15 das Haus verlasse. Entweder der Vater fährt uns zur Schule oder wir nehmen einen Zug, der uns dann vor der Schule absetzt. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr und geht bis 13:10. Danach nehmen wir immer den Zug nach Hause und essen dort zu Mittag. Danach ruhen wir uns aus und lernen dann ein bisschen bevor wir
einen „giro“(Spaziergang, Rundgang) machen.

Ich hoffe dieser kleine Einblick in den Schultag hat euch gefallen und ihr seid nächste Woche auch wieder
dabei.

 

Teil 1: Meine Erfahrungen während der ersten drei Wochen in Neapel 

Mein Leben in der Gastfamilie, Schule und in meinem Alltag

Liebe Leser,
ich bin Anna Krotzek, 16 Jahre alt und bin im Moment in Neapel, Italien. Dort verbringe ich mein Auslandsjahr und werde Euch in den nächsten Wochen über meine Erlebnisse berichten. Meine Austauschschülerin, Laura Uccelo, und ich sind am 9. Oktober hier in Neapel angekommen, nach einem 2 1/2 stündigen Flug von Düsseldorf aus. Hier wurden wir dann von der Familie erstmal mit einem großen Mittagsessen überrascht und ich habe alle Familienmitglieder kennengelernt.

Laura lebt mit ihren Eltern, ihrer Nonna und ihrem Bruder in einer Wohnung in Fuorigrotta, einem Vorort/Stadtteil Neapels. Von der Wohnung aus kann man auch das Meer sehen mit den neapolitanischen Inseln Ischia und Procida, sowie das Stadio „Diego Armando Maradona“. Am Montag bin ich dann das erste Mal in die Schule gegangen. Das „Istituto Statale Mario Pagano“. Es ist eine Sprachschule, denn die Schüler in Italien können sich nach der Grundschule eine weiterführende Schule, je nach ihrem Können aussuchen. Es gibt Informatikschulen, Technikschulen, Sprachschulen etc. Ich besuche die sogenannte 4EL. Die Schule ist sehr anders als meine in Deutschland. Hier gibt es keine Pausen, deswegen dürfen die Schüler während des Unterrichts essen und ans Handy gehen. Was ich sehr gut finde, ist, dass sie „madrelingua“ Lezioni haben. In diesen Unterricht kommen Muttersprachler in die Schule und reden mit den Schülern nur diese Sprache. Hier lernen die Schüler Englisch, Deutsch und Spanisch. In Deutschland lerne ich Englisch, Italienisch und Französisch. Sie haben sehr oft mündliche Abfragen und bekommen sehr viele Hausaufgaben, da sie ja keinen Nachmittagsunterricht haben. Meine Mitschüler sind sehr nett und direkt am ersten Tag wurde ich herzlich empfangen und sie waren sehr interessiert an unserer Kultur und meinem Alltag in einer kleinen Stadt, denn das Leben in einer Metropole ist komplett anders.

Hier ist es sehr laut und es ist immer etwas los. Das Ganze beruhigt sich erst so gegen 2 oder 3 Uhr am Morgen. Was mich hier sehr beeindruckt, ist die wunderschöne Landschaft und die kleinen Provinzen (kleine Städte) außerhalb von Neapel. Besonders gefällt mir eine kleine Stadt namens „Pozzuoli“, die ich mit einem Freund besucht habe. Sie ist sehr schön am Meer gelegen mit einem

großen Hafen und einem Blick auf die schöne, hügelige Landschaft. Am ersten Wochenende haben wir uns die Altstadt Neapels, das Centro storico angesehen. Der „duomo“ inmitten der Stadt ist das Zentrum der Stadt und sehr prachtvoll. Der Patron der Stadt ist San Gennaro, denn er rettete die Stadt, als der Vesuv ausbrach. Die Neapolitaner pflegen ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Patronen. Nach der Legende wurde das Blut des im Jahr 305 enthaupteten Märtyrers nach seinem Tod von einer Frau in einer Phiole aufgefangen. Schon in früheren Jahrhunderten soll es sich verflüssigt haben. Bis heute gilt das Eintreten des Blutwunders als glücksverheißendes Omen für den Golf von Neapel. Vor Katastrophen ist es tatsächlich einige Male ausgeblieben, etwa beim
Ausbruch der Cholera 1973 oder vor dem schweren Erdbeben im Jahr 1980. Dort in der Altstadt haben wir dann auch die berühmteste Pizza der Welt gegessen, die fast größer als ich war (Pizzeria da Michelle).

In der zweiten Woche sind wir mit Freunden mit dem Zug nach Rom gefahren. Dort haben wir uns
das Kolosseum, das Forum Romanum, das Monamento Vittorio Emanuele II, und das Pantheon angeguckt. Anschließend waren wir einer sehr guten Osteria (Taverna del Seminario). Pasta
all’Amatriciana ist jetzt meine Lieblingspasta! In der dritten Woche haben wir einen Tagesausflug nach Pompeii gemacht. Eine antike Stadt, die vom Ausbruch des Vesuvs begraben wurde. Die Stadt ist sehr groß und wunderschön. Wir wurden in der Stadt von einem italienischen Stadtführer herumgeführt, der mir zwischendurch zusammen mit Laura das Ganze auf Englisch erzählt hat. Ich lerne hier sehr viele historische Dinge, was ich sehr gut finde, da ich auch den Geschichts-LK in Deutschland besuche und mich sehr dafür interessiere. Danach sind wir nach Sorrento, die Stadt der Zitronen, gefahren. Hier in Süditalien wird lieber der Zug als das Auto genommen, weil man damit nicht so viel im Stau steht, was hier in Neapel sehr oft passiert. Auch Sorrento ist wunderschön. Die Buchten und Golfe sind einfach atemberaubend und auch das Eis ist sehr gut.

Ich hoffe mein erster Beitrag hat euch gefallen und ihr freut euch darauf, nächste Woche mehr über mein Leben hier in Neapel zu lesen!

 

© 2022 Anne-Frank-Gymnasium Werne