Es gehört zum besonderen pädagogischen Auftrag des Anne-Frank-Gymnasiums, jede Schülerin und jeden Schüler bestmöglich in der persönlichen Entwicklung zu fördern. Im Sinne des Leitgedankens der Schule sind dabei die geographische oder soziale Herkunft noch geschlechtsspezifische Unterschiede von Relevanz. Vielmehr geht das pädagogische Handeln der Lehrerinnen und Lehrer des Anne-Frank-Gymnasiums von dem Grundgedanken aus, dass ein einvernehmliches gesellschaftliches Zusammenleben nur dann gelingen kann, wenn die nachwachsende Generation in jeder Hinsicht ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert und gefordert wird. So ist es möglich, dass Schülerinnen und Schüler das nötige Selbstbewusstsein erlangen, um den hohen Anforderungen einer pluralistischen Gesellschaft gewachsen zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die Schule eine grundsätzliche Profilierung und darüber hinaus ein breites Spektrum an Fördermaßnahmen für begabte, hochbegabte aber auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler an. Dieses vielfältige Angebot wird kontinuierlich optimiert und erweitert.

Profile am Anne-Frank-Gymnasium

Schülerinnen und Schüler, die nach der vierten Klasse der Grundschule zum Anne-Frank-Gymnasium übergehen, unterscheiden sich in ihren Interessen und Fähigkeiten. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, bietet das Anne-Frank-Gymnasium seit dem Schuljahr 2010/11 sprachlich begabten Kindern den bilingualen Zweig an.

Mit Beginn des Schuljahrs 2014/15 werden dem bilingualen Zweig zwei weitere Profile – ein naturwissenschaftlich-technisches (MINT) und ein Sportprofil zur Seite gestellt, in denen Kinder, deren individuelle Fähigkeiten nicht im sprachlichen Bereich liegen, gefördert und gefordert werden. Jedes Kind wählt mit der Anmeldung eines aus den drei angebotenen Profilen. Damit erfolgt eine Gleichbehandlung aller Schülerinnen und Schüler, da alle einem Profil zugeordnet sind, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Die in der Jahrgangstufe 5 begonnene Profilierung kann ihre Fortführung im Wahlpflichtbereich II und darüber hinaus in der gymnasialen Oberstufe finden: Für die Kursbelegung im Wahlpflichtbereich II stehen den Schülerinnen und Schüler als Sprachen Französisch und Latein, im MINT-Bereich ein Kombinationskurs Biologie/Chemie und das Fach Informatik und im Bereich Sport ein Kursangebot mit dem Titel „Gesellschaft – Sport – Gesundheit“ (GSG) zur Auswahl. Bilinguale Schülerinnen und Schüler haben also die Möglichkeit, über die Wahl einer dritten Fremdsprache ihr sprachliches Profil weiter zu schärfen, müssen es aber nicht, denn es steht ihnen frei, aus dem Angebot einen anderen Kurs zu wählen. Für die Schülerinnen und Schüler aus dem MINT- bzw. Sportprofil gilt dieses entsprechend.

Auch das Kursangebot in der gymnasialen Oberstufe kann als Fortsetzung der in der Sekundarstufe I begonnenen Profile verstanden werden.

  • Für die Schülerinnen und Schüler im Profil Sprache steht in jedem Schuljahr ein Leistungskurs Englisch zur Wahl, ebenso wie Grundkurse in den bilingualen Sachfächern Geographie und Biologie. Durch den Erwerb des CertiLingua-Zertifikats erfährt die sprachliche Profilierung am Anne-Frank-Gymnasium ihre Vollendung.
  • Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich haben die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums jedes Jahr die Möglichkeit einen Grund- und/oder Leistungskurs in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie oder Biologie zu wählen. In langjähriger und bewährter Kooperation mit der Nachbarschule werden diese Kurse grundsätzlich realisiert.
  • Im Bereich Sport können die Schüler bei entsprechender Interessenslage und guten sportlichen Fähigkeiten den Leistungskurs Sport am Anne-Frank-Gymnasium wählen.

Auch für die Fächerwahl in der gymnasialen Oberstufe gilt, dass Profile, die in der Sekundarstufe I begonnen wurden, fortgesetzt werden können, aber nicht müssen.

Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler

Das Anne-Frank-Gymnasium fördert begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler sowohl individuell als auch durch Gruppenangebote bei der Erlangung und Erweiterung von Kompetenzen in allen Aufgabenfeldern. Gefördert werden dabei nicht nur kognitive, sondern auch soziale, kulturelle, motorische und methodische Fähigkeiten in schulischen und außerschulischen Bereichen. Ermöglicht wird dies einerseits durch eine binnendifferenzierte Gestaltung des Unterrichts und andererseits durch ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Kultur, Politik, Wirtschaft und Sport. In diesem Kontext profitieren die Schülerinnen und Schüler auch von der Kooperation mit außerschulischen Partnern.

Das Anne-Frank-Gymnasium bietet seinen Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2014/15 folgende außerunterrichtliche Lernmöglichkeiten an: Vorbereitung auf das Cambridge Certificate, DELF-Vorbereitung, Mathe mit Pfiff, Roboter-AG, Theater-AG sowie den Unterstufen- bzw. Oberstufenchor. Im Bereich Sport können motorische und soziale Kompetenzen in folgenden Sportarten erworben und erweitert werden: Kanufahren, Tanzen, und Taekwondo.

Das Drehtürmodell ist ein weiteres Instrument zur individuellen Förderung. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler haben in Einzelfällen die Möglichkeit parallel in zwei Fächern unterrichtet zu werden. Dies kann sich grundsätzlich auf alle Fächer beziehen. Unterricht, den sie dabei versäumen, holen sie eigenständig nach. Nach diesem Modell nimmt im Schuljahr 2014/15 eine Schülerin am Unterricht zweier Differenzierungskurse im Wahlpflichtbereich II (Biologie/Chemie und Informatik) teil.
Das Drehtürmodell kann auch genutzt werden, damit Schülerinnen und Schüler temporär versäumten Unterrichtsstoff (z.B. auf Grund von Krankheit oder Zuzug) nachholen können.

Besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern wird ebenfalls ermöglicht, an Schülerförderungskursen der Universität Münster oder anderer Hochschulen teilzunehmen.

Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums nehmen mit großem Erfolg an zahlreichen landes-, bundes- und auch europaweiten Wettbewerben teil. Dabei werden sie von ihren Lehrerinnen und Lehrern unterstützt. Zu diesen Wettbewerben gehören: Bundeswettbewerb Fremdsprachen, Bundeswettbewerb Geschichte, Jugend debattiert, Känguru-Wettbewerb, The Big Challenge, Chemie-Olympiade, Planspiel Börse sowie zahlreiche Wettbewerbe im sportlichen Bereich.

Individuelle Förderung im Unterrichtsalltag

Gerade in den Klassen 5 und 6 sowie im gesamten Unterricht der Sekundarstufe I ist der Unterricht am Anne-Frank-Gymnasium so gestaltet, dass die in der Grundschule begonnene Arbeit, Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Arbeiten zu erziehen, durch die Weiterentwicklung bereits gelernter Techniken fortgesetzt wird. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist das Methodenangebot „Lernen lernen“. Im Unterricht werden binnendifferenzierende Arbeitsmaterialien sowie kooperative Lernformen eingesetzt, um die individuelle Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Methodenvielfalt und Stationenlernen gehören ebenso wie Reflexions- und Evaluationsphasen zum festen Bestandteil des täglichen Unterrichts.

Die schulinternen Lehrpläne der Sekundarstufe I sind inzwischen alle kompetenzbezogen formuliert und werden ständig überarbeitet. Die Arbeit nach Wochen- und Lernplänen wird zur Zeit in der Folge der Einführung des Doppelstundenmodells in allen Fächern entwickelt und erprobt.

Im Herbst des Schuljahres 2014/15 haben alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 5 ein iPad erhalten, das von der Schule angeschafft wurde. Diese Geräte nutzen die Kinder für ihre schulische Arbeit im Unterricht und auch zu Hause. Die iPads und die Vielzahl von unterrichtlich verwertbaren Apps erlauben eine hohe Individualisierung des Lernens. Intelligente Kommunikationssysteme, die vom Schulträger in den Klasseräumen installiert wurden, ermöglichen einen schnellen Datenaustausch zwischen den Lernenden untereinander und der Lehrperson, so dass Lernhilfen und Anregungen je nach Bedarf ohne Reibungsverluste gegeben werden können.

Online-Diagnose
(ausgezeichnet mit dem Comenius EduMedia Siegel 2013)

Die Online-Diagnose ist ein zeitsparendes Test- und Förderprogramm für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch in den Klassenstufen 5 bis 9. Mit diesem Tool können Lehrerinnen und Lehrer Lernstände Ihrer Schülerinnen und Schüler in den wichtigsten Kompetenzbereichen eines Jahrgangs einfach und zuverlässig diagnostizieren und erhalten automatisch auf die Testergebnisse abgestimmte Fördermaterialien. Das Programm wird von den deutschen Schulbuchverlagen angeboten und das Anne-Frank-Gymnasium hat in diesem Zusammenhang eine Lizenz erworben, die es erlaubt, mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 daran teilzunehmen.
Zur Diagnose führt die ganze Klasse einen Test am Computer durch. Die Ergebnisse sind sofort verfügbar sowohl für die ganze Klasse als auch für jeden einzelnen Schüler. Anschauliche Diagramme im Ampelprinzip zeigen die besonderen Stärken und Schwächen sowie den Vergleich mit anderen Schülern. Mit Detailtests können auffällige Bereiche überprüft werden.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten zur Förderung individuell zusammengestellte Print und Online-Fördermaterialien. Die Online-Diagnose stimmt die Materialien automatisch auf die Testergebnisse ab. Die abwechslungsreichen Übungsformen helfen, Defizite auszugleichen und Stärken weiter zu fördern. Durch den ansteigenden Schwierigkeitsgrad der Fördermaterialien werden leistungsfähige Kinder zu besonderen Leistungen herausgefordert.
Lehrerinnen und Lehrern gibt die Online-Diagnose Hinweise für die Planung ihres Unterrichts, indem verdeutlicht wird, welche Unterrichtsinhalte besonders intensiv behandelt werden müssen.
„Fördert individuell – passt zum Schulbuch“ Mit der Einsatzhilfe kann die Bearbeitung der Fördermaterialien während des Schuljahres an die Kapitel des eingeführten Lehrwerks angepasst werden.
Zur Evaluation kann die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von adaptiven Nachtests verfolgt werden. Ein statistischer Vergleich zwischen Haupt- und Nachtest zeigt den Fördererfolg. Schülerinnen und Schüler mit Defiziten in einzelnen Kompetenzbereichen erhalten neu zusammengestelltes Fördermaterial.
Im Schuljahr 2014/15 erwiesen sich die gerade eingeführten iPads in den Klassen 5 des Anne-Frank-Gymnasiums als ausgesprochen hilfreich bei der Durchführung der Online-Tests in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Individuelle Förderpläne wurden direkt auf die iPads der einzelnen Schülerinnen und Schüler geladen.

Förder- und Forderkonzept

Mit der Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 5 mit iPads im Schuljahr 2014/15 eröffnen sich neue Möglichkeiten der individuellen Förderung. Die Tatsache, dass jedes Kind auf seinem persönlichen Gerät eigene Wege der Recherche und Dokumentation beschreiten kann, ermöglicht individuelle Lernwege in höchstem Ausmaß. Auch im Zusammenhang mit der Präsentation von Ergebnissen sind der Kreativität der Schülerinnen und Schüler keine Grenzen gesetzt.

Die dargestellten Möglichkeiten sollen im Schuljahr 2014/15 erstmalig genutzt werden, um einen schulinternen Wettbewerb unter allen Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 durchzuführen. Die Kinder wählen aus dem Bereich der Medizin ein Thema, das ihrem Erfahrungshorizont bzw. ihrer Interessenslage entspricht. Sie führen mit den Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen und auch mit Hilfe der iPads selbstständig Recherchen oder kleine Untersuchungen durch, dokumentieren ihre Ergebnisse und fertigen zum Abschluss eine Präsentation an. Das Projekt ist in einen Wettbewerb eingebettet, in dem letztendlich die besten Schülerarbeiten einer größeren Schulöffentlichkeit vorgestellt und prämiert werden.

Im Hinblick auf die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist das beschriebene Projekt sehr gewinnbringend, da es einerseits die Lernenden zu außergewöhnlichen Leistungen anspornt, worin sich letztendlich auch die Förderung manifestiert.

Das Projekt wird von den Biologiefachlehrerinnen begleitet und nach seinem erstmaligen Abschluss mit der Zielrichtung evaluiert, es in der Zukunft als festen Bestandteil der schulischen Arbeit des Anne-Frank-Gymnasiums zu etablieren.

Zentrale individuelle Förderung (ZIF)

Im Schuljahr 2009/2010 wurde Das Förderprogramm Zentrale Individuelle Förderung (ZIF) in den Kernfächern (M, E, D, L, F) für die Jahrgänge 5 – 9 an unserer Schule eingerichtet.

Pro Schuljahr werden 2 ZIF-Zyklen angeboten. Der erste Durchgang beginnt ca. 6 – 8 Wochen nach Schuljahresbeginn – meist nach den Herbstferien. Nach Beendigung dieses Durchgangs schließt sich der zweite direkt an. In einem ZIF-Zyklus finden entweder 8 Förderstunden a 45 Minuten oder 10 Förderstunden a 35 Minuten statt. Die Förderung ist dabei mit einer Stunde pro Woche im Stundenplan verankert, d. h. dass eine wöchentliche Förderung gewährleistet werden kann. Derzeit liegt die ZIF-Stunde dienstags in der 7. Stunde also im Zeitraum von 13:15 Uhr bis 14:15 Uhr. An diesem Tag haben alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I keinen Nachmittagsunterricht.

Das ZIF-Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die in einem der oben genannten Fächer Lernschwierigkeiten haben. Die Fachlehrkräfte schlagen die betreffenden Schülerinnen und Schüler für diese Fördermaßnahme vor. Die Eltern werden darüber durch einen Brief informiert, in dem auch die Inhalte aufgeführt sind, in denen Förderungsbedarf besteht. Nun haben die Eltern entweder die Möglichkeit ihr Kind für ZIF anzumelden oder die Förderung abzulehnen. Bei einer Zusage entsteht ein einmaliger Beitrag pro Förderzyklus von 24,- € (also 3,- € pro 45 Minuten).
ZIF findet in Kleingruppen mit maximal 5 Schülerinnen und Schülern statt. Die zu fördernden Schülerinnen und Schüler werden dabei so auf die Kleingruppen verteilt, dass sie alle aus einem Jahrgang sind und in demselben Fach gefördert werden. Die Tutoren der Kleingruppen sind ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die in dem zu fördernden Fach besonders gute Leistungen erbracht haben und fähig sind, Inhalte dieses Faches zu vermitteln. Für diese ausgewählte Schülergruppe bedeutet die Tätigkeit als ZIF-Tutor eine besondere Begabtenförderung.

Jede Tutorin/jeder Tutor erhält pro Teilnehmer die Information über die zu fördernden Inhalte des Faches. Zur Transparenz gegenüber den Eltern und den Teilnehmern werden zu jeder Unterrichtseinheit Inhalte, Verhalten und Anwesenheit dokumentiert.

Das Förderprogramm ZIF wird durch Herrn Averbeck koordiniert. Er ist Ansprech-partner für alle Beteiligten – also für Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer. Ungefähr drei Wochen vor dem Beginn eines ZIF-Zyklus werden die Lehrerinnen und Lehrer aufgefordert, Schülerinnen und Schüler mit Schwächen in den Kernfächern für ZIF vorzuschlagen. Bei Förderungsbedarf in mehreren Fächern entscheiden sich die Lehrerinnen und Lehrer nach Absprache für eines der Fächer. Anschließend werden die Eltern per Post informiert, die nun aufgefordert sind, kurzfristig ihr Kind für ZIF anzumelden oder die Förderung abzulehnen. Erst nach erfolgter Anmeldung/Ablehnung kann die Einteilung der Schülerinnen und Schüler sowie der Tutoren auf die Kleingruppen erfolgen. Per Aushang werden die Schülerinnen und Schüler über die Gruppen- und Raumeinteilungen informiert. Während der Förderungen finden dann vereinzelt Besuche durch den Koordinator in den Gruppen statt.

Das Förderprogramm ZIF trifft bei Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern auf gute Akzeptanz. Der Anteil der Eltern, die sich für die ZIF-Förderung entscheiden liegt bei über 90%. Eine Evaluation der Effektivität des Förderprogramms steht bevor.