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Erweitertes Fremdsprachenangebot

Am Anne-Frank-Gymnasium beginnen alle Schülerinnen und Schüler mit Englisch als erster Fremdsprache. In der Jahrgangstufe 6 gibt es die Wahlmöglichkeit zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache. Die Wahl des Faches Latein zu diesem Zeitpunkt ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, mit dem Abiturzeugnis das Latinum zu erwerben.
Im Wahlpflichtbereich II der Sekundarstufe I werden die Sprachen Französisch und Latein erneut zur Wahl gestellt, wobei aber ein Kurs im Fach Latein nur dann eingerichtet wird, wenn eine ausreichende Zahl an Interessenten dafür vorhanden ist. Für diesen Fall wird das Latinum als Abschlussqualifikation nicht garantiert, da erfahrungsgemäß das Fach Latein in der Sekundarstufe II nicht mehr angewählt wird. Französisch-Kurse werden unabhängig von der Zahl der Interessenten realisiert.
In der Sekundarstufe II besteht die Möglichkeit, alle Fremdsprachen der Sekundarstufe I zunächst fortzusetzen. Zusätzlich wird Italienisch als neu einsetzende Fremdsprache angeboten. Die Fortführung von einmal eingerichteten Französisch- und Italienisch Grundkursen bis zum Abitur ist garantiert, da auf diese Weise Schullaufbahnen abgesichert werden. Bei genügend hoher Zahl an Interessenten kann auch das Fach Latein bis zum Abitur in Grundkursen belegt werden.
Für die Sprachen Englisch und Französisch werden in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Leistungskurse zur Wahl angeboten, die auf Grund des hohen Interesses der Schülerinnen und Schüler auch regelmäßig angewählt werden.

Bilingualer Zweig Englisch und bilinguale Module Englisch

Bilingualer Unterricht öffnet Türen.

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt" hat Wittgenstein einmal gesagt. Ein vereintes Europa wäre also nicht möglich geworden und wäre auch weiterhin nicht möglich, ohne dass wir die Sprachen der Menschen anderer Länder sprächen und mit dem Erlernen dieser Sprachen auch ein Verständnis für die Kulturen unserer Partnerländer entwickelten. Bilingualer Unterricht öffnet daher Grenzen, denn sowohl Diskurskom­petenzen als auch interkulturelle Kompetenzen sind bei bilingual ausgebildeten Schülerinnen und Schülern viel stärker aus­geprägt als bei Regelzweigschülerinnen und –schülern, was sozialwissenschaftli­che und soziolinguistische Un­tersuchungen belegen.

Die Verknüpfung von sachfachlichen Inhalten mit dem Erlernen einer Fremdsprache fördert Sachfach- und Sprachkompetenzen in erheblichem Maße, weil sich die Schülerinnen und Schüler viel intensiver mit den Inhalten auseinander setzen, denn sie müssen lernen, sie in der Fremdsprache aus­drücken. Die erweiterte Anwendung der Fremdsprache führt dementsprechend zu einem „Ka­non an gesichertem Fachwissen" und fundierter Sprach-, Sach- und Methodenkompetenz.
Gleichzeitig verhilft die Verknüpfung von sachfachlichen Inhalten mit dem Erlernen einer Fremdsprache den Schülerinnen und Schülern zu vertieften interkulturellen Erkenntnissen und Einsichten. Durch die Mediation zwischen Mutter- und Fremdsprache entwickelt sich bei den Schülerinnen und Schülern ein Be­wusstsein für unterschiedliche Begrifflichkeiten, Denkkonzepte und Sichtweisen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass durch die unterschiedlichen Sprachen, die die Menschen sprechen, die Men­schen auch verschieden denken. (Bsp. Nominalisierung im Deutschen: eher abstrakt, abgeho­ben; Englisch eher praktisch, pragmatisch; dies zeigt sich z.B. deutlich an den unterschiedli­che Aufgabestellungen in deutschen und englischen Lehrwerken). Bilingualer Unterricht schafft somit durch den Blick auf zwei Sprachen und zwei Kulturen eine Plattform für inter­kulturelles Lernen und öffnet Türen zum großen Haus Europa und zur Welt. Die Schülerinnen und Schüler er­werben durch den Perspektivwechsel die Kompetenz, z.B. geographische Fragestellungen nicht allein aus ihrer deutschen Perspektive, sondern auch aus der Perspektive der Menschen zu bearbeiten, deren Sprache sie als Verständigungsmittel verwenden.

Das ist insbesondere im Rahmen von Jungenförderung ein ganz entscheidender Punkt, weil Jungen viel häufiger ethnozentrisch denken, also eher abweisende Haltungen gegenüber An­dersartigem zeigen, als Mädchen, deren Offenheit andersartigen Menschen, Kulturen, Traditi­onen etc. gegenüber von vornherein größer ist

Zusammengefasst heißt das, dass die Integration von Inhalt, Sprache/Kommunikation, Denken und Kultur im bilingualen Sachfachunterricht (CLIL: Content and Language Integrated Lear­ning: 4 Cs framework: Integration of Content, Communication, Cognition, Culture) viel in­tensiver und nachhaltiger stattfindet, als es im deutschsprachigen Sachfachunterricht ge­schieht. Der bilinguale Unterricht stellt somit für unsere Schülerinnen und Schüler einen enormen Mehrwert dar­. Gleichzeitig schafft er eine Basis für die Entwicklung der Fähigkeit zur Mehrsprachig­keit.

Mit der Initiative „Bilingual für alle" hat das Land Nordrhein-Westfalen 2007 die Rahmenbe­dingungen dafür geschaffen, dass alle weiterführenden Schulen des Landes bilinguale Ange­bote einrichten konnten. Das AFG Werne hat im Schuljahr 2009/2010 den Antrag auf Einfüh­rung eines bilingualen Zweiges deutsch-englisch an die Bezirksregierung Arnsberg gestellt. Dieser ist auch so schnell genehmigt worden, dass im Schuljahr 2010/2011 die ersten 43 Schülerinnen und Schüler (ca. 40 % der gesamten Jahrgangsstufe) in den bilingualen Zweig aufgenommen werden konnten.

Die Lehrerkonferenz hatte entschieden, dass es keine Einrichtung von bilingualen Klassen geben sollte, die Lerngruppen im Fach Englisch in der Jahrgangsstufe 5 und in den folgenden Klassen über die Jahrgangstufen gemischt zusammengesetzt werden sollten. Im Fach Englisch werden die Schülerinnen und Schüler dementsprechend differenziert, im weiteren Ver­lauf ihrer Schullaufbahn dann auch in den Sachfächern Erdkunde und Biologie. Dieses Mo­dell ist bei den Eltern und ihren Kindern sehr gut aufgenommen worden.

Die Realisierung des bilingualen Zweigs am Anne-Frank-Gymnasium Werne beginnt in der 5. Klasse damit, dass die Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch sechs Wochenstunden unterrichtet werden (statt vier Wochenstunden im Regelzweig). In der Klasse 7 erhalten sie bilingualen Unterricht im Sachfach Erdkunde, in der Klasse 8 im Sachfach Biologie und in der Klasse 9 und 10 in beiden Sachfächern. In der Sekundarstufe II stehen zur Fortsetzung des bilingualen Zweiges der Leistungskurs Englisch sowie bilinguale Grundkurse in Englisch und Geographie zur Wahl.

In dem Zeitraum, seitdem der bilinguale Zweig am Anne-Frank-Gymnasium angeboten wird, wählt in jedem Jahr etwa die Hälfte der neu für die Jahrgangstufe 5 angemeldeten Kinder den bilingualen Zweig. Ein Wechsel aus dem bilingualen Zweig in den Regelzweig Englisch, weil sich die Kinder überfordert fühlen, kommt vor, ist aber selten. Ebenso ist es in der Vergangenheit in Einzelfällen vorgekommen, dass ein Kind aus dem Regel- in den bilingualen Zweig gewechselt ist.

Insgesamt ist festzustellen, dass das Angebot des bilingualen Zweiges am AFG von den El­tern und Schülerinnen und Schülern gut angenom­men wird, und dass der Anteil an Jungen im bilingualen Zweig etwas geringer ist als der der Mädchen.

Die Ziele des AFG Werne für den bilingualen Zweig sind kurz-, mittel- und langfristig:

  • den Anteil von Jungen im bilingualen Zweig zu erhö­hen,
  • die Anzahl der bilingual deutsch-englisch erteilten Sachfächer zu erhöhen,
  • bilinguale deutsch-englische Module in weiteren Sachfächern anzubieten,
  • bilinguale deutsch-französische Module einzuführen und anzubieten, um die Ent­wick­lung zur Ausbildung von Mehrsprachigkeit bei den Schülerinnen und Schüler zu fördern,
  • die Lernenden dazu zu motivieren, den bilingualen Zweig bis zum Abitur fortzuführen.

Das Excellenzlabel CertiLingua

Im Herbst 2014 erhielt das Anne-Frank-Gymnasium das Exzellenzlabel CertiLingua-Schule. Das Label steht für mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen, führt Schülerinnen und Schüler zu sprachlicher und kultureller Vielfalt. CertiLingua ist ein europäisches Projekt, das vom Land NRW gemeinsam mit den Niederlanden initiiert und mit europäischen Partnerländern weiterentwickelt wurde. Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Partner und der intensive Austausch unter den europäischen Schulen sorgt für einen gleichbleibend hohen Standard in allen Partnerländern. Der Aspekt, dass CertLingua die Mehrsprachigkeit, das interkulturelle Lernen und die internationale Zusammenarbeit fördert, fügt sich passgenau in den pädagogischen Leitgedanken und das Programm des Anne-Frank-Gymnasiums ein.

Mit der Verleihung des Exzellenzlabels CertiLingua ist ein wichtiges Ziel langer Schulent-wicklungsarbeit erreicht worden, die mit der Einrichtung des bilingualen Zweiges begonnen wurde.

Besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums, die ab dem Schuljahr 2014/15 in die gymnasiale Oberstufe eintreten, haben die Möglichkeit, dieses Exzellenzzertifikat zu erwerben. Diejenigen, die mit dem Abitur besondere Qualifikationen in europäischer bzw. internationaler Dimension nachgewiesen haben, werden ausgezeichnet. Ganz besonders richtet sich dieser Anspruch an die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zweiges, die in der Oberstufe einen sprachlichen Schwerpunkt setzen und Grundkurse in den bilingualen Sachfächern belegen. Aber auch diejenigen, die nicht den bilingualen Zweig gewählt haben, können das CertiLingua–Zertifikat erlangen, indem sie in der Sekundarstufe II in zwei Fremdsprachen das Niveau B2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens erreichen und zudem Grundkurse in bilingualen Sachfächern belegen, die für die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zweiges ohnehin eingerichtet sind.

Die Gelegenheit zum Nachweis europäischer und internationaler Handlungsfähigkeit ergibt sich für die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums anlässlich der vielfältigen Schüleraustausche und der damit verbundenen Kooperation mit den europäischen und amerikanischen Partnerschulen sowie den Partnerstädten von Werne. Auch ein Betriebspraktikum im Ausland bietet den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu internationaler und interkultureller Begegnung, welche die Grundlage zur Anfertigung einer entsprechenden Projektdokumentation darstellen kann.

Angebot internationaler Sprachzertifikate

Sprachzertifikate Englisch

Als bilinguales Gymnasium bietet das Anne-Frank-Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern seit einigen Jahren die Möglichkeit, die international anerkannten ESOL (English for Speakers of other Languages) Sprachzertifikate der University of Cambridge zu erwerben.
Diese Zertifikate sind an Universitäten auf der ganzen Welt (immer mehr auch an deutschen Universitäten) eine verpflichtende Einschreibungsvoraussetzung für zahlreiche Studiengänge. Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums können am Ende der Klasse 9 das PET (Preliminary English Test) Zertifikat und in der Q2 das CAE (Certificate of Advanced English) Zertifikat erwerben.
In vorbereitenden Workshops bereiten sich interessierte Schülerinnen und Schüler angeleitet durch Fachlehrkräfte auf die Prüfungen vor, die dann im Rahmen eines NRW-Schulprojektes an einem Dortmunder Institut abgenommen werden. So schulen und vertiefen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre bisher erworbenen Sprachkenntnisse, sammeln Erfahrungen in mündlichen und schriftlichen Prüfungssituationen und erhalten bei bestandener Prüfung ein international anerkanntes Sprachzertifikat für Praktika, Auslandsaufenthalte, Studium und Beruf.

Sprachzertifikat Französisch

Seit dem Schuljahr 2006/07 gibt es am Anne-Frank-Gymnasium die Möglichkeit, sich in einer durch eine Fachlehrkraft geleiteten AG auf die DELF-Prüfungen vorzubereiten.
DELF steht für Diplôme d'études en langue française und ist ein offizielles, international anerkanntes Sprachdiplom. Es werden insgesamt vier Niveaus unterschieden (A1, A2, B1 und B2), die dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen entsprechen (GeR). In jeder Niveaustufe werden Hören, Lesen und Schreiben (schriftlich) sowie Sprechen (mündlich) überprüft. Die schriftliche Prüfung erfolgt meistens Ende Januar in unserer Schule, die mündliche Prüfung findet ungefähr einen Monat später in einer Schule in Dortmund mit französischsprachigen Prüfern statt.
Die schulinterne DELF-AG findet regelmäßig für jede Niveaustufe statt und hilft damit nicht nur die Prüfung vorzubereiten, sondern auch allgemein die französischen Sprachkenntnisse zu vertiefen und unabhängig vom Unterricht anzuwenden. Besondere Bedeutung kann das bestandene DELF-Diplom dann nach der Schule bekommen, wenn damit die geforderten Sprachkenntnisse für ein Praktikum, einen Auslandsaufenthalt oder ein Studium nachgewiesen werden können.

Berufspraktika (national und international)

Die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums führen im 10. Schuljahr (Jahrgangstufe EF) in den beiden Wochen vor den Osterferien ein zweiwöchiges Betriebspraktikum durch. Nachdem in der Vergangenheit Praktikumsplätze gewählt wurden, die eher in der näheren Umgebung Wernes einschließlich Münster, Dortmund und Hamm lagen, wurde den Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2014/15 erstmals die Möglichkeit geboten, das Praktikum auch im Ausland zu absolvieren.

Dieses Angebot traf in der Schülerschaft auf große Resonanz. Insgesamt werden im Frühjahr 2015 zehn Schülerinnen und Schüler ihr Berufspraktikum im Ausland antreten. Die Praktikumsplätze wurden teilweise aus privater Initiative gesucht, teilweise auch mit Hilfe von zwei Fachlehrerinnen in Wernes Partnerstädten Bailleul (Frankreich) und Lytham St. Annes (England). Die Berufsfelder, in denen die Praktika anzusiedeln sind, sind sehr vielfältig:

 
Land Anzahl Berufsfeld
Frankreich 3 Lebensmittelindustrie/ Grundschullehrer
Niederlande 1 Universität
Türkei 1 Medienbranche
England 2 Kinder- und Jugenderziehung
USA 1 Automobilindustrie
Polen 1 Grundschullehrerin
Spanien 1 Stahlverarbeitende Industrie

Die Schülerinnen und Schüler sind während der Praktika teilweise privat bei Bekannten oder Verwandten, teilweise aber auch durch Organisation der Fachlehrerinnen in Gastfamilien untergebracht. Sie stehen in dieser Zeit mit ihren Betreuungslehrkräften per Skype oder Telefonkonferenz in Kontakt. Die Schülerinnen und Schüler, die ihr Praktikum in Bailleul absolvieren, können sogar vor Ort von einer Fachlehrerin des Anne-Frank-Gymnasiums betreut werden, da dort zur gleichen Zeit der Austausch der Jahrgangsstufe 8 stattfindet. Die Kommunikation mit den Praktikumsbetrieben erfolgt entweder wenn möglich in der Landessprache oder in Englisch.

Gestaltung des Europatages

Im Rahmen der Entwicklung zur Europaschule soll der offizielle jährliche Europatag von Anfang an einen festen Platz am Anne-Frank-Gymnasium erhalten. Aus diesem Grund sollen während des gesamten Vormittags alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Lehrerkollegium an Projekten zu europäischen Themen arbeiten. Auf diese Weise wird sowohl eine intensive Auseinandersetzung mit Europa ermöglicht als auch die Zusammenarbeit und Identität der Schulgemeinschaft gestärkt.

Aus organisatorischen Gründen werden die Projekte in der Sekundarstufe I im Klassenverband und in der Sekundarstufe II in wählbaren Modulen stattfinden. Nur die jahrgangsübergreifenden AGs, die bereits einen großen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit historischen und tagespolitischen Themen bieten (Schule ohne Rassismus Schule mit Courage und Jugend debattiert) können eigene Projekte durchführen.

Für den Europatag 2015 sind die in der Tabelle zusammengestellten Schwerpunkte für die Sekundarstufe I geplant. Die Übersicht zeigt ein mögliches Programm auch für die folgenden Jahre:

Klasse 5 Sport
Klasse 6 Kunst und Musik (Europa-Rondo, europ. Flaggen u. Briefmarken erstellen)
Klasse 7 Identität (europ. Mythen, Theater spielen, Werbe-Clips drehen)
Klasse 8 Wegen Klassenfahrt abwesend
Klasse 9 Erdkunde und Naturwissenschaften (bilinguale Module)

Die sportliche bzw. kreative Herangehensweise an Europa in der Unterstufe soll vor allem das Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken. In der Mittelstufe soll durch fächerübergreifende oder fachgebundene Projekte die Möglichkeit gegeben werden, einzelne Aspekte intensiver zu erarbeiten. Ziel ist, dass alle Schülerinnen und Schüler sich an dem Tag aktiv mit europäischen Themen auseinandersetzen.

In der Sekundarstufe II werden verschiedene Module, die im Zusammenhang mit dem Europagedanken stehen, geplant. Die Projekte werden überwiegend von Lehrerinnen und Lehrern des Anne-Frank-Gymnasiums aber auch von externen Kräften geplant und geleitet. Sie haben je nach Thema einen Zeitbedarf von einem halben oder einem ganzen Unterrichtsvormittag. Die Schülerinnen und Schüler stellen sich aus diesem Angebot einen individuellen Stundenplan entsprechend ihrer Interessen zusammen.

Profil Europa-Schule - Internationale Projekte

WKU (Western Kentucky University) – International Student Teacher Placement

Im Januar 2013 unterzeichneten der Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums Heinz-Joachim Auferoth und Projektleiterin Heike Armbrust (Facilitator of International Student Teacher Placement) eine Vereinbarung mit der Western Kentucky University (WKU) in Bowling Green (Kentucky, USA), dass jeweils im Frühjahr und im Herbst eines Kalenderjahres bis zu 10 Lehramtsstudentinnen und -studenten der WKU am AFG den letzten Teil ihres Referendariats absolvieren können. Somit verbringen die Gastreferendarinnen und –referendare einen Monat am Anne-Frank-Gymnasium in Werne.

Die Gastreferendarinnen und –referendare arbeiten mit den Englischlehrkräften der Schule als Teaching Assistants, unterrichten aber unter Aufsicht der Fachlehrerinnen und Fachlehrer auch einzelne Stunden in der gesamten Klasse. Darüber hinaus wird ihnen Gelegenheit gegeben, einzelne Stunden in ihrem eigentlichen Lehrfach zu unterrichten, soweit das möglich ist.

Am Ende ihres Aufenthalts erhalten die Lehramtsstudentinnen und -studenten der WKU eine schriftliche Beurteilung durch die Projektleiterin, die sich auf eigene Beobachtungen in Schule und Unterricht und auf Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen stützt. Diese Beurteilung geht in die Gesamtbewertung des Abschlusses an der WKU ein.

Neben der Ausbildung am AFG erfahren die Studentinnen und Studenten deutsches Leben und Kultur „hautnah", da sie während ihres Aufenthaltes in Werne in Gastfamilien leben, die in der Regel aus der Schulgemeinde stammen. Somit machen sie Europa, europäisches Kultur- und Gedankengut sowie europäische Standards z.B. im Bereich der Umwelt- und Sozialpolitik bei ihren Mitbürgern in den USA bewusst. Dies bekommt dadurch eine besondere Tragweite, als unter den Gastreferendaren immer auch solche mit den Fächern Geschichte, Sozialwissenschaften oder Biologie vertreten sind.

Die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums profitieren von diesem interkulturellen Kontakt, indem sie einerseits die Möglichkeit bekommen, in kleinen Gruppen mit den Gastreferendaren als Native Speaker in englischer Sprache zu kommunizieren. Sie sind dabei gezwungen, sich in Englisch auszudrücken, da die Gäste aus den USA in der Regel über gar keine Deutschkenntnisse verfügen. Die Schülerinnen und Schüler erweitern gleichzeitig dabei ihr Bild von den Vereinigten Staaten. Klischees und Vorurteile werden zurechtgerückt, indem die Möglichkeit geschaffen wird, amerikanische Verhältnisse mit jungen Lehrerinnen und Lehrern aus den USA genau zu analysieren und zu bewerten.

Als fester Programmpunkt ist eine von der Projektleiterin organisierte und begleitete Wochenendreise nach Berlin installiert, da ein Besuch der Bundeshauptstadt mit einer entsprechenden Führung durch Geschichte und Kultur der Stadt als Bestandteil der internationalen Ausbildung in Deutschland betrachtet wird.

Das Nahziel für dieses Universitätsprojekt ist es, die Ausbildungszeit der Referendarinnen und Referendare der WKU sowohl für die jungen Auszubildenden als auch für unsere Schülerinnen und Schüler motivierend und gewinnbringend zu halten. Außerdem soll das Projekt deutlich über die Fachschaft Englisch hinausgehen und möglichst viele andere Fachschaften einbeziehen. Da sich immer wieder „Elementary Majors" unter den Gaststudenten befinden werden, soll die Zusammenarbeit mit den Grundschulen auf diesem Sektor, die in diesem Jahr durch die Vermittlung dreier Studentinnen bereits begonnen hat, noch deutlich intensiviert werden.

Langfristig kann über eine Einbeziehung des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Hamm nachgedacht werden. Ein erster Gedankenaustausch hat bereits stattgefunden, Ansätze zur Realisierung müssen zwischen Projektleitung, ZfsL und WKU noch diskutiert werden. Die Projektleitung wird sich vor Ort in Bowling Green darum bemühen.

Die Studentinnen und Studenten aus Kentucky müssen vor dem Antritt ihrer internationalen Ausbildung in Werne intensiv vorbereitet werden. Das geschieht durch ein von der Projektleitung gehaltenes Vorbereitungsseminar. Dieses Seminar soll alljährlich an der WKU in Bowling Green stattfinden und jeweils sowohl die Gruppe des Frühjahrssemesters als auch die Gruppe des Herbstsemesters vorbereiten.

Nach Möglichkeit wird die Projektleiterin an Fortbildungen der WKU teilnehmen bzw. dort selbst Präsentationen leiten, z.B. auf der alljährlichen Konferenz der Kentucky World Language Association (KWLA).

Das Projekt wird zweimal jährlich evaluiert, da es sowohl von Seiten der Schule als auch von Seiten der Universität nach jedem Durchgang offizielle Rückmeldungen geben muss. Zudem werden der Projektleiter der WKU und der Dekan die Schule besuchen und eine Gesamtevaluation geben.

Austauschprogramme

Alle am Anne-Frank-Gymnasium durchgeführten Austauschprogramme stehen auch im Zusammenhang mit den Anforderungen des Exzellenzlabels CertiLingua im Hinblick auf den Erwerb internationaler bzw. interkultureller Handlungs- und Kommunikationskompetenzen, da Schülerinnen und Schüler bei der Teilnahme an solchen Angeboten die Gelegenheit bekommen, ihre diesbezüglichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Austausch Bowling Green, Kentucky (USA)

Seit 2007 führt das Anne-Frank-Gymnasium einen regelmäßigen Austausch mit mittlerweile drei Partnerschulen (Warren Central Highschool, Greenwood Highschool, South Warren Highschool) in Bowling Green (Kentucky, USA) durch. Seitens des Anne-Frank-Gymnasiums nehmen an diesem Austausch Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase teil. Der Austausch wird finanziell gefördert durch das German – American – Partnership – Program (GAPP), welches innerhalb des Comenius-Projekts anzusiedeln ist. Über das GAPP werden auch alle Anträge und sonstigen Formalitäten abgewickelt.

In jedem Jahr findet der Austausch zweimal statt: Im Frühjahr besuchen Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums ihre Gastfamilien in den USA, der Gegenbesuch der amerikanischen Jugendlichen in Werne findet im Herbst statt.

Durch den Aufenthalt in den jeweiligen Gastfamilien erfahren die jungen Menschen das Leben im fremden Land hautnah. Sie tragen ihre eigene und die Kultur ihres Herkunftslandes in die Gastschulen und Gastfamilien ein. Innerhalb eines besonderen Projektes bereiteten Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums eine Powerpoint-Präsentation über das Leben in Deutschland vor und trugen diese Schülerinnen und Schülern einer Middle School in Bowling-Green vor. Anlässlich des letzten Besuchs der deutschen Gruppe wurde in Amerika ein Fernsehbeitrag über den erfolgreichen Austausch mit der deutschen Partnerschule ausgestrahlt. Unter anderem auf Grund der Initiative der deutschen Jugendlichen zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Heike Armbrust, die diesen Austausch betreut, wurde an einer Highschool das Fach Deutsch als Fremdsprache eingeführt, an einer weiteren ist dies in Planung.

Austausch Bailleul (Frankreich)

Seit dem Schuljahr 2013/14 findet gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Realschule aus Werne ein Schüleraustausch mit dem Collège Immaculée Conception in Bailleul (Frankreich) statt. Ab dem Schuljahr 2015/16 wird das Anne-Frank-Gymnasium diesen Austausch alleine fortführen.

Der Austausch wird dann 30 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 angeboten, die Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache belegen. Der persönliche Kontakt mit der französischen Kultur soll auch den Lernenden des Wahlpflichtbereichs II ermöglicht werden, da sie durch die spätere Wahl des Fachs weniger Zeit haben die Sprache aktiv anzuwenden. Dies führte bisher häufig zu Bedenken, ob sie genauso gut auf die Anforderungen der Oberstufe vorbereitet sind wie die Schülerinnen und Schüler, die bereits in der 6. Klasse Französisch gewählt haben, da alle Französisch-Lernenden in der Oberstufe gemeinsam unterrichtet werden. Durch den gemeinsam durchgeführten Austausch sollen diese Bedenken jedoch ausgeräumt werden.
Im November besuchen zunächst die französischen Schülerinnen und Schüler ihre deutschen Gastfamilien für eine Woche, die deutsche Schülergruppe fährt dann im darauffolgenden April für eine Woche nach Bailleul. Finanziert wird das Programm und die Fahrten vor Ort hauptsächlich von der Stadt Werne, alle zwei Jahre kann zudem ein Zuschuss beim Deutsch-Französischen Jugendwerk für den Aufenthalt in der französischen Partnerstadt beantragt werden.

Ziel des Austauschs ist es, die französische Sprache in einem authentischen Umfeld anzuwenden und durch die Gastfamilie einen persönlichen Einblick in das Leben in Frankreich zu erhalten. Durch den Besuch des Unterrichts am Collège, einer Art Mittelstufe, erhalten die Schülerinnen und Schüler außerdem die Möglichkeit ein ungegliedertes Schulsystem kennen zu lernen, das in Europa weiter verbreitet ist als das deutsche gegliederte System. Um Klischees aufzudecken und stattdessen Gemeinsamkeiten der Jugendlichen herauszuarbeiten sind im Programm des Austauschs Projekte vorgesehen, in denen die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler z.B. ihre Vorstellungen von Freundschaft austauschen und darstellen. Auf diese Weise sind während des ersten Aufenthalts in Bailleul beeindruckende Fotogeschichten mit Hilfe des Power-Point-Programms entstanden.

Austausch Wałcz (Polen)

Der älteste Austausch am Anne-Frank-Gymnasium besteht mit dem Gymnasium Nr. 2 in Wernes Partnerstadt Wałcz, er findet bereits seit 1989 statt. Die Schule hat durch ihre ehemalige deutsche Geschichte und das erweiterte Fremdsprachenangebot eine deutliche internationale Ausrichtung. Dies zeigt sich seit 2004 durch den zusätzlichen Namen Robert Schuman. Der französische Außenminister entwickelte 1950 einen Plan für die Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlindustrie und gilt deshalb als einer der Gründungsväter der Europäischen Union.

An diesem Austausch nehmen ungefähr 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 teil. Zu Beginn des Schuljahres (September) besuchen sie für eine Woche ihre Gastfamilien in Wałcz. Der einwöchige Rückbesuch der polnischen Gruppe in Werne findet am Ende des Schuljahres (Juni/Juli) statt. Seit dem Schuljahr 2013/14 wird der Abschiedsabend der polnischen Schülergruppe am Anne-Frank-Gymnasium mit der Ankunft der amerikanischen Gastschülerinnen und -schüler zusammengelegt. Da die Verständigung der deutschen und polnischen Teilnehmer und Teilnehmerinnen in erster Linie in englischer Sprache stattfindet, können so leicht Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern der beiden Austausche hergestellt werden. Dies ist sowohl von Seiten der Jugendlichen als auch der Lehrkräfte begeistert angenommen worden.

Ziel des Aufenthalts in Wałcz ist dementsprechend weniger eine sprachliche Weiterentwicklung als vielmehr ein interkultureller Austausch mit einem osteuropäischen Nachbarland. Neben einer Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Geschichte bietet der Austausch mit Wałcz den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einen Einblick in die Kultur eines Landes zu erhalten, das bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion kommunistisch geprägt war. Dies bedeutet, dass der Austausch nicht nur die Möglichkeit bietet Vorurteile bei den deutschen Schülerinnen und Schülern abzubauen, sondern auch den polnischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein westeuropäisches Land zu präsentieren. Diese Einblicke gestalten sich erfahrungsgemäß noch immer schwieriger als zwischen zwei westeuropäischen Ländern. Deshalb wurde im Schuljahr 2013/14 an dem Projekt „Dzien wolnosci - Tag der Freiheit" des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes teilgenommen. Dabei sind sowohl verschiedene Collagen und Bilder zu historischen Symbolen und Personen der Freiheit in beiden Ländern entstanden als auch verschiedene Videos, in denen deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler Lieder zur Freiheit singen bzw. entsprechende selbst geschriebene Sketche vorstellen. Auf polnischer Seite unterstützt das Deutsch-Polnische Jugendwerk den Austausch finanziell, auf deutscher Seite trägt die Stadt Werne die Kosten.

Austausch Mailand (Italien)

Italien ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Daher sind gute Italienischkenntnisse in der freien Wirtschaft sehr gefragt. Weiterhin handelt es sich bei Italienisch um die Kultursprache im Zusammenhang mit Musik und Theater schlechthin.

Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums können Italienisch als neu einsetzende Fremdsprache ab der Einführungsphase belegen. Die Möglichkeit an einem Austausch mit einer italienischen Partnerschule teilzunehmen, bedeutet zunächst eine hohe Motivation für das Erlernen der Sprache. Während des Austausches haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, wechselseitig den Alltag in Familie, Schule und Freizeit im jeweiligen Gastland kennenzulernen. Dadurch erhalten sie Einblick in Leben und Kultur, wie es bei einem Urlaubsaufenthalt niemals möglich wäre. Weiterhin werden Sprachkompetenzen gefördert und erweitert und somit gewinnen die Lernenden zunehmende Sicherheit im Umgang mit der Fremdsprache.

Das für das CertiLingua-Zertifikat erforderliche Sprachreferenzniveau B2 in einer modernen Fremdsprache kann im Falle einer in der Einführungsphase neu einsetzenden Fremdsprache erreicht werden, wenn ein entsprechendes Sprachzertifikat erworben wird. Für Italienisch ist das das Zertifikat CELI. Ziel des Austausches mit der italienischen Partnerschule ist es auch, besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler für den Erwerb dieses Sprachzertifikats zu motivieren und ihnen somit auch über die in der Einführungsphase neu einsetzende Fremdsprache einen Zugang zum Exzellenzzertifikat CertiLingua zu ermöglichen.

Während des Austausches gewinnen die Schülerinnen und Schüler internationale Handlungskompetenzen. Diesbezüglich sind zwei Projekte im Austauschprogramm verbindlich festgeschrieben.

  1. Bei jedem Austausch wird das Projekt „Taaldorp" durchgeführt, bei dem in fiktiven dörflichen Situationen der Umgang mit der Fremdsprache anhand einfacher Alltagssituationen eingeübt wird.
  2. Bei jedem Austausch erarbeiten Schülerinnen und Schüler in sprachlich gemischten Gruppen Inhalte z.B. aus dem musikalischen, künstlerischen, politischen oder geschichtlichen Bereich und erstellen eine Präsentation als deutsch-italienisches Projekt.

Bei der italienischen Austauschschule handelt es sich um das „Liceo Scientifico Istituto Leonardo da Vinci", das mitten in Mailand liegt. Diese Schule umfasst die Jahrgangstufen 9 bis 13 und hat eine naturwissenschaftliche Ausrichtung, bietet Deutsch als Fremdsprache an und ist genauso wie das Anne-Frank-Gymnasium CertiLingua-Schule. Somit hat die Partnerschule die gleichen Interessen an internationalen Projekten wie das Anne-Frank-Gymnasium.

Der Austausch wird zweimal im Jahr stattfinden, jeweils mit Besuch und Gegenbesuch. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler vornehmlich der Q1, aber auch aus der Einführungsphase. In diesem Schuljahr startet das Austauschprojekt, indem drei Wochen vor den Osterferien 28 Schülerinnen und Schüler aus Mailand nach Werne kommen. Der Gegenbesuch in Italien findet im Mai 2015 statt. Dann fahren 33 Jugendliche aus Werne nach Mailand.

Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur zielgerichteten Nutzung moderner Medien für Kommunikation im internationalen Kontext

Im Schuljahr 2014/15 hat am Anne-Frank-Gymnasium die Entwicklung zu einer digitalen Schule angefangen. Unter dem Namen „Zukunfts-Klassen am AFG" (Zugang, Kompetenz, Unterricht, Faszination und Teamgeist) wird ab diesem Schuljahr jeder Fünftklässler mit einem eigenen Tablet ausgestattet. Neben dem Umgang mit Programmen zur Recherche, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation soll den Schülerinnen und Schülern auch der kritische Umgang mit dem Internet beigebracht werden. Die Tablets stellen somit eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Materialien und Konzepte im Unterricht dar und kein vollständiger Ersatz.

Neben der sukzessiven technischen Ausstattung der Schule mit einem digitalen Vertretungsplan, einem WLAN-Netz und neuen Computerräumen erfolgt auch auf didaktischer Ebene eine Einbindung des digitalen Konzepts. Dazu gehört die Überarbeitung der Fachcurricula ebenso wie Fortbildungen des Lehrerkollegiums und Methodentage für die Fünftklässler zur Einführung in die Nutzung der neuen Geräte und Programme.

Für den Fremdsprachenunterricht eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten zur Förderung der kommunikativen und der methodischen Kompetenzen, da über die Tablets authentische Materialien wie Radio- und Fernsehbeiträge, Musikvideos und Filmtrailer direkt und individuell eingesetzt werden können. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit die Geräte gewinnbringend für die Schüleraustausche zu nutzen. So soll langfristig der erste Kontakt zwischen den deutschen und französischen Schülern als Vorbereitung auf den Austausch ein Jahr vorher auf dem digitalen statt wie im letzten Jahr auf dem postalischen Weg stattfinden.
Für die Entwicklung der internationalen Kontakte eignet sich in besonderem Maße die Plattform e-twinning. Es handelt sich dabei um ein europäisches Netzwerk von Schulen, die gemeinsam weltweit einzelne Projekte oder ganze Austausche über die Internetplattform durchführen. Das Konzept wird im Januar 2015 dem Kollegium auf einer Lehrerkonferenz vorgestellt. Im Rahmen eines Pädagogischen Tages im Februar ist eine Einführung in die Nutzung von e-twinning geplant. Ziel ist, dass die Plattform nicht nur von Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrern, sondern für unterschiedliche Fächer und Anlässe genutzt wird. Sinnvoll erscheint beispielsweise die Durchführung von Projekten mit den Partnerschulen an zukünftigen Europatagen und mit anderen Anne-Frank-Schulen im Ausland zum 50jährigen Schuljubiläum des Anne-Frank-Gymnasiums im Jahre 2016.

Kooperation mit europäischen Institutionen

Der an die Kultusministerkonferenz angegliederte Pädagogische Austauschdienst in Bonn arbeitet auf Seiten der USA mit den Goethe-Instituten in New York und Chicago zusammen. Von diesen Institutionen aus wird das Comenius-Projekt betreut, innerhalb dessen die Unterabteilung GAPP (German – American – Partnership – Program) anzusiedeln ist. Innerhalb dieses Programms wird der Schüleraustausch, den das Anne-Frank-Gymnasium mit den Partnerschulen in Kentucky/USA unterhält in Form von finanziellen Zuschüssen (z.B. Flugkostenzuschüsse) gefördert.

Darüber hinaus wird im Juni 2015 für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1, die das Fach Sozialwissenschaften belegen, erstmals eine Kooperationsveranstaltung mit dem CIVIC-Institut Düsseldorf, der Karl-Arnold-Stiftung und einem Mitglied des Europaparlaments in Brüssel geben. Diese zweitätige Veranstaltung setzt sich aus einem eintägigen Planspiel zur Erweiterung der EU und einer anschließenden Exkursion nach Brüssel mit Besuch des Europaparlaments und einer Diskussion mit einem Abgeordneten zu diesem Thema zusammen. Mit dieser Veranstaltung kurz vor den Sommerferien soll die Motivation der Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit europäischen Themen, die zu Beginn der Jahrgangsstufe Q2 im Fach Sozialwissenschaften behandelt werden, gesteigert und ihr Verständnis für komplexe europäische Entscheidungsprozesse durch eigenes Handeln im Planspiel und einen eigenen Einblick in die Abläufe in Brüssel gefördert werden.

Zielvereinbarungen

Die in den vorangegangenen Kapiteln dargestellten Punkte umfassen den augenblicklichen Ist-Zustand der europarelevanten Projekte innerhalb des Schulprogramms des Anne-Frank-Gymnasiums. Einige davon sind schon seit vielen Jahren fest im Schulleben verankert und erfreuen sich bei Schülerinnen und Schülern sowie Ihren Eltern einer hohen Akzeptanz. Dazu gehören das erweiterte Fremdsprachenangebot, der bilinguale Zweig, die Schüleraustauschprogramme mit den Städten Bailleul (FR), Walcz (PL) und Bowling-Green (KY, USA). Auch die zweimal im Jahr stattfindende jeweils vierwöchige Ausbildung amerikanischer Lehramtsstudenten wird von allen am Schulleben beteiligten Personen im Hinblick auf internationale Kontakte und interkulturelle Kommunikation als ausgesprochen bereichernd empfunden Es ist das ausgesprochene Ziel der pädagogischen Arbeit des Anne-Frank-Gymnasiums, diesen hervorragenden Status in der Zukunft zu sichern.

Bei dem Schüleraustauschprojekt mit einer Partnerschule in Mailand, der Durchführung von Berufspraktika im Ausland, der Teilnahme an europäischen Wettbewerben sowie dem Angebot des Erwerbs des CertiLingua Exzellenzlabels handelt es sich um neuere bzw. ganz neue europarelevante Projekte innerhalb der Schulentwicklungsarbeit des Anne-Frank-Gymnasiums. Diese gilt es neben den bereits bestehenden als feste Bestandteile des schulischen Lebens zu verankern und zu einer hohen Akzeptanz zu führen. In diesem Zusammenhang steht die umfassende Information aller Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern über die gebotenen Möglichkeiten an vorderster Stelle. Dies gilt insbesondere für den Schüleraustausch mit einer Partnerschule in Mailand und die Möglichkeit, das Berufspraktikum in der Einführungsphase im Ausland zu absolvieren.

In den Italienisch-Grundkursen des ersten Jahres der Qualifikationsphase und der Einführungsphase ist das Interesse an dem Schüleraustausch mit der Partnerschule in Mailand auch wegen des attraktiven Programms sehr hoch. In den kommenden Jahren kann das Interesse an diesem Austausch auch noch weiter steigen, wenn sich dadurch die Möglichkeit ergibt, den Aufenthalt in Italien für eine Leistungserbringung im Rahmen des CertiLingua-Projekts zu nutzen.

Auf Grund der guten Information der Schülerinnen und Schüler, der Unterstützung durch Lehrkräfte, die über besondere Kontakte verfügen, und des privaten Engagements ist es bereits im ersten Jahr des Angebots gelungen, dass knapp 10% der Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase ihr Berufspraktikum im Ausland antreten.

Im Zusammenhang mit der Teilnahme an europäischen Wettbewerben und dem Erwerb des CertiLingua-Exzellenzlabels ist es neben der Information der Schülerinnen und Schüler sicher auch erforderlich, einzelne, besonders leistungsfähige gezielt anzusprechen und besonders im Zusammenhang mit dem CertiLingua-Zertifikat individuell zu beraten.

Für die verschiedenen europarelevanten Projekte stehen folgende Lehrkräfte als Ansprechpartner zur Verfügung:

Erweitertes Fremdsprachenangebot  Frau Eckert
Bilingualer Zweig Frau Eckert
Austausch Walcz (PL) Frau Högele, Herr Linz
Austausch Bailleul (FR) Frau Högele, Frau Kleymann
Austausch Mailand (IT) Frau Hellhammer, Frau Kleymann
Austausch Bowling-Green(KY, USA) Frau Armbrust
Ausbildung Lehramtsstudenten aus USA Frau Armbrust
Berufspraktika im Ausland Herr Gregg
Europäische Wettbewerbe Frau Bettgenhäuser, Frau Högele
CertLingua-Zertifikat Frau Eckert

Evaluation des Profils als Europaschule und dessen Entwicklung

Grundsätzlich gilt für die Evaluation aller europarelevanten Projekte, dass sie jedes Mal, nachdem sie stattgefunden haben, kritisch reflektiert werden. Die Evaluation wird unter folgenden Fragestellungen vorgenommen:

  • Ist das Projekt planmäßig abgelaufen?
  • Traten unerwartete Ereignisse auf?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich aus eventuell vorgekommenen unerwarteten Ereignissen im Hinblick auf eine Veränderung der Projektplanung?
  • Gibt es neue Ideen für die zukünftige Durchführung des Projekts?
  • Ist die Akzeptanz des Projekts bei den Schülerinnen und Schülern sowie ihrer Eltern (unverändert) hoch?

Die Evaluation wird von den Lehrkräften durchgeführt, die das jeweilige Projekt geleitet haben. Dies sind in der Regel diejenigen, die auch als Ansprechpartner für die Projekte angegeben sind (vgl. obenstehende Tabelle).

Die Evaluation erfolgt entweder über persönliche Gespräche, in die alle Projektteilnehmer einbezogen werden, oder über explizite Feedbackformulare, in denen nicht nur die betroffenen Schülerinnen und Schüler sondern auch deren Eltern zur Bewertung der Aktionen aufgefordert werden. Die letztgenannte Maßnahme ist besonders wertvoll im Zusammenhang mit der Evaluation des Aufenthalts der amerikanischen Lehramtsstudenten in ihren deutschen Gastfamilien.

Gerade bei den europarelevanten Projekten, die schon lange im Schulleben des Anne-Frank-Gymnasiums etabliert sind, hat sich die beschriebene Vorgehensweise als erfolgreich erwiesen, so dass mittlerweile gut funktionierende Programme entstanden sind. Vor allem die direkte persönliche Anbindung der Planung, Realisation und Evaluation der Aktionen an Projektleiter, die über relativ lange Zeiträume unverändert bleiben, hat sich bewährt, da Verbesserungen auf kurzem Wege ohne Reibungsverluste vorgenommen werden können.

Ein wichtiger Indikator für den Erfolg eines Programms ist seine Akzeptanz bei Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern, die sich in den Anmeldezahlen für die jeweiligen Projekte wiederspiegelt. Seitdem das Anne-Frank-Gymnasium den bilingualen Zweig Englisch anbietet, liegen die Anmeldungen dafür stabil zwischen 40 und 50 Prozent des neuen Jahrgangs, womit die Kapazitäten der Schule praktisch ausgelastet sind. Diese Tatsache wird als Indikator für eine gleichmäßig hohe Akzeptanz dieses Bildungsangebots und seiner organisatorischen Umsetzung am Anne-Frank-Gymnasium gewertet.
Die Schüleraustauschprogramme nach Bailleul (FR) und Bowling-Green (KY, USA) erfahren seit ihrer Einrichtung eine große Beliebtheit, so dass gelegentlich das Los darüber entscheiden muss, wer von den Interessenten mitfahren darf. Es ist nie ein Problem gewesen, für die amerikanischen Lehramtsstudenten Gastfamilien in Werne zu finden. Vielmehr empfinden die Gastgeber den Besuch der Studenten aus den USA als Bereicherung ihres Familienlebens, aus der sich gelegentlich auch private Freundschaften entwickeln.

Für den Schüleraustausch mit der polnischen Partnerschule in Walcz gab es vor etwa drei Jahren vergleichsweise wenig Interessenten, nachdem in den Jahren davor die Akzeptanz dieses Programms gut war. An dieser Stelle zeigten die Evaluationsmechanismen gute Wirkung, indem das Programm umgestaltet und für die Schülerinnen und Schüler attraktiver wurde. Seitdem ist das Interesse für diesen Austausch wieder deutlich angestiegen.

Die neueren europarelevanten Projekte des Anne-Frank-Gymnasiums sollen auf die gleiche Art und Weise wie die schon länger bestehenden evaluiert werden. In diesem Zusammenhang ist besonderes Augenmerk darauf zu richten, dass es gelingt, leistungsbereite und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler für die Erbringung besonderer Leistungen z.B. in Wettbewerben zu motivieren und sie bei der Arbeit zu begleiten. Motivation und Begleitung sind ebenso wichtig für Interessenten, die ihr Berufspraktikum im Ausland absolvieren wollen. In diesem Zusammenhang stehen die Fachlehrkräfte und die Ansprechpartner für die jeweiligen Bereiche den Schülerinnen und Schülern zur Seite.

Ganz besonderer Beratungsbedarf entsteht im Zusammenhang mit dem CertiLingua-Exzellenzzertifikat. Hier ist es notwendig, die Schullaufbahn eines möglichen Kandidaten im Hinblick auf die geforderten Kompetenzen genau zu planen und im Auge zu behalten. Diese Aufgabe übernehmen die Jahrgangstufenleitung, die Koordinatorin des sprachlichen Aufgabenfeldes (Frau Eckert) und der Oberstufenkoordinator (Herr Hierl).